Diebstahl zu DDR-Zeiten: Bedeutende Gemälde aufgetaucht

Etwa 40 Jahre nach dem mysteriösen Diebstahl von fünf hochkarätigen Gemälden aus dem Schlossmuseum im thüringischen Gotha sind die Werke möglicherweise wieder aufgetaucht. Das teilte die Stiftung Schloss Friedenstein in der deutschen Stadt am Freitag mit. Die Bilder alter Meister befinden sich demnach im Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin.

Dort werde überprüft, ob es sich tatsächlich um das Diebesgut aus Gotha handle. Am Donnerstag habe es bundesweite Durchsuchungen gegeben, die mit dem Kunstraub von 1979 in Verbindung stünden, teilte die Stiftung weiter mit. Diese seien vom Landeskriminalamt (LKA) Berlin in Kooperation mit den jeweiligen Kriminalisten der betroffenen Bundesländer erfolgt.

Die Bilder waren in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 1979 verschwunden. Es handelt sich um die Werke „Brustbild eines jungen Mannes“ von Frans Hals, „Landstraße mit Bauernwagen und Kühen“ von Jan Brueghel dem Älteren, „Selbstbildnis mit Sonnenblume“ von Anthonis van Dyck, „Alter Mann“ von Jan Lievens sowie von Hans Holbein dem Älteren „Heilige Katharina“. Ihr Wert war damals mit etwa fünf Millionen DDR-Mark angegeben worden.

Zunächst hatte der „Spiegel“ über die Entdeckungen berichtet. Dem Bericht zufolge ermittelt das Berliner LKA in der Sache unter anderem wegen Verdachts der Erpressung und der Hehlerei.

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Unabhängig von diesen neueren Polizeiaktionen habe es in den vergangenen eineinhalb Jahren Bemühungen zur Rückführung der Bilder seitens des damaligen Stiftungsratsvorsitzenden und Oberbürgermeisters von Gotha, Knut Kreuch (SPD), gegeben, teilte die Stiftung weiter mit. Demnach waren im Juli 2018 anonyme Personen über einen Anwalt an die Stiftung herangetreten. Diese hätten erklärt, die Gemälde zu besitzen, hätten aber keine plausible Erwerbsgeschichte angegeben. Kreuch habe - unterstützt durch die Ernst von Siemens Kunststiftung - mit dem Anwalt verhandelt. So sei es schließlich zur Übergabe der Bilder Ende September 2019 gekommen.


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