460 Tote und 20.000 Verletzte seit Protestbeginn im Irak

Seit Beginn der Proteste im Irak vor zwei Monaten sind dort mindestens 460 Menschen getötet worden. Mehr als 20.000 Menschen seien bei den Anti-Regierungs-Demonstrationen verletzt worden, sagte Ali al-Bajati, Mitglied der vom irakischen Parlament gewählten Menschenrechtskommission, am Freitag. Anfang Oktober hatten die Proteste in dem ölreichen Land begonnen.

Die Demonstranten werfen der Regierung Misswirtschaft und Korruption vor. Internationale Menschenrechtsgruppen kritisieren die Sicherheitskräfte scharf und werfen ihnen unrechtmäßige Tötungen und massive Gewalt gegen Demonstranten vor. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi hatte im Zuge der Proteste seinen Rücktritt eingereicht.

Der irakische Großayatollah Ali al-Sistani warnte vor „ausländischer Einmischung“ bei der Bildung einer neuen Regierung in Bagdad. Der einflussreiche schiitische Geistliche forderte zudem in seiner Freitagspredigt in Kerbala, dass die Regierung wie von der Verfassung vorgeschrieben binnen 14 Tagen nach dem Rücktritt des vorherigen Ministerpräsidenten gebildet werde.

Er selbst habe keine Rolle bei den Diskussionen, sagte Sistani. Der islamische Geistliche, der von vielen Schiiten im Irak als oberste religiöse Autorität betrachtet wird, hatte das Parlament in seiner Freitagspredigt vor einer Woche aufgerufen, der Regierung von Adel Abdel Mahdi das Vertrauen zu entziehen, nachdem diese versucht hatte, die wochenlangen Proteste im Land mit Gewalt niederzuschlagen. Mehrere schiitische Parteien entzogen daraufhin der Regierung Abdel Mahdis die Unterstützung.

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