Tödlicher Großbrand in slowakischem Hochhaus

Eine Gasexplosion setzt ein Hochhaus in Brand. Selbst Stunden nach Beginn des Rettungseinsatzes werden in den oberen Stockwerken noch unentdeckte Opfer befürchtet. Feuerwehr, Polizei und Armee helfen verzweifelten Bewohnern, während Gaffer mit ihren Handys filmen.

Die Explosion war derart heftig, dass auch Fenster in den umliegenden Wohnhäusern zersprangen.
© APA/AFP

Presov, Bratislava – Eine Gasexplosion hat einen Brand in einem zwölfstöckigen Wohnhaus in der Slowakei mit mindestens fünf Toten und mehr als 40 Verletzten ausgelöst. Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, hatte sich die Explosion am Freitagmittag in einem der oberen Stockwerke ereignet, die Flammen breiteten sich danach rasch aus. Wie es zu der Tragödie kommen konnte, wird noch ermittelt. Nach Feuerwehrangaben sollten die Löscharbeiten bis zum Samstagmorgen andauern. Ein Einsturz des gesamten Gebäudes wurde allerdings nicht mehr befürchtet.

Auch die slowakische Armee war mit Hubschraubern und Soldaten an der Rettung der Hausbewohner in der drittgrößten slowakischen Stadt Presov beteiligt. Mehrere Menschen waren auf Balkone und das Dach des brennenden Gebäudes geflüchtet. Sie konnten alle gerettet werden. Eine bisher nicht identifizierte Person war jedoch schon am Nachmittag von einem Balkon gestürzt. Ob die anderen Toten bei der Explosion ums Leben kamen oder an Rauchgas erstickten, war zunächst nicht bekannt.

Bewohner in oberen Stockwerken eingeschlossen

Unklar war auch noch, ob sich in den obersten Stockwerken weitere Tote befanden. Dorthin konnte die Feuerwehr zunächst nicht vordringen, weil das Treppenhaus ebenso wie das Dach eingestürzt waren und das Feuer weiter brannte. Regierungschef Peter Pellegrini und Innenministerin Denisa Sakova sagten alle ihre Termine ab, um an den Unglücksort zu fahren.

Eine überlebende Hausbewohnerin kritisierte im Fernsehen, viele Gaffer hätten den Brand mit ihren Handys gefilmt, anstatt den aus dem brennenden Haus in die Winterkälte flüchtenden Menschen zu helfen. Sie selbst habe nur überlebt, weil sie in eine tieferliegende Wohnung gelaufen sei, um Nachbarn zu fragen, woher der Gasgeruch im Haus stammen könnte. Gleich darauf sei es zur Explosion gekommen, in deren Folge auch ihre Wohnung gebrannt habe. (APA/dpa)

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