Vergewaltigungsopfer auf Weg zu Prozess angezündet: verstorben

Vor knapp einem Jahr war die 23-Jährige vergewaltigt worden, auf dem Weg zum Gerichtstermin, wo sie gegen ihre Peiniger Aussagen sollte, wurde sie angezündet. Nun verstarb die junge Frau an einem Herzstillstand.

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Neu-Delhi – Eine Frau, die in Indien vor Gericht zu ihrer Vergewaltigung aussagen wollte und auf dem Weg dorthin von ihren mutmaßlichen Peinigern in Brand gesetzt wurde, ist tot. Die 23-Jährige sei an einem Herzstillstand gestorben, teilte der behandelnde Arzt des Safdarjang Hospitals in Neu Delhi am Samstag mit. 70 Prozent ihres Körpers seien verbrannt gewesen, und in der Nacht zum Samstag habe sie einen Herzstillstand erlitten, sagte Shalabh Kumar weiter.

Die Frau war nach dem Angriff vom Donnerstag in dem Staat Uttar Pradesh zunächst in einem örtlichen Krankenhaus behandelt und dann zur besseren medizinischen Versorgung nach Neu Delhi geflogen worden.

Fünf Männer festgenommen

Die Frau hatte im März bei der Polizei in Unnao Anzeige erstattet und ausgesagt, sie sei am 18. Dezember vergangenen Jahres von zwei Männern mit vorgehaltener Schusswaffe bedroht und vergewaltigt worden. Am Donnerstag wurde sie Medienberichten zufolge von fünf Männern überfallen und angezündet, darunter den beiden mutmaßlichen Vergewaltigern. Alle fünf sind nach Polizeiangaben in Untersuchungshaft, sie wurden einige Stunden nach dem Brandangriff festgenommen.

Uttar Pradesh ist der bevölkerungsreichste Unionsstaat in Indien und berüchtigt für Gewalt gegen Frauen. Mehr als 4200 Fälle von Vergewaltigung wurden 2017 hier gemeldet, die höchste Zahl im ganzen Land. Am Freitag erschossen Polizisten die vier mutmaßlichen Vergewaltiger einer 27-jährigen Tierärztin bei Hyderabad. Sie ernteten dafür Zustimmung in der Bevölkerung. Neben Zuspruch gab es für die Polizei danach von Politikern und Menschenrechtlern auch Kritik.

In Indien hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder gegeben, die auch international Bestürzung auslösten. 2012 war eine Studentin in einem Bus in Neu Delhi während der Fahrt von mehreren Männern vergewaltigt und so schwer verletzt worden, dass sie starb. Dieser Fall hatte in dem Land zu großer Empörung und schärferen Gesetzen geführt. (dpa, Reuters)


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