Gefangenenaustausch zwischen Iran und USA in Zürich

Der zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Austausch von Gefangenen ist in der Schweiz erfolgt. Die US-Botschaft in Bern veröffentlichte am Samstag auf Twitter ein Foto des Botschafters Edward McMullen am Flughafen Zürich mit dem Amerikaner Xiyue Wang. Der Mann war 2016 im Iran festgenommen und später wegen Spionage angeklagt worden.

Die Botschaft bedankte sich beim Schweizer Außenministerium für die Hilfe bei der Aktion. Wang sollte vor der Rückkehr in die USA zunächst in Landstuhl in Deutschland medizinisch untersucht werden, berichtete das Schweizer Fernsehen SRF.

Die Regierung in Washington habe im Gegenzug den iranischen Professor Massoud Soleimani auf freien Fuß gesetzt, berichtete der SRF. Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif verbreitete am Samstag auf Twitter ein Foto, auf dem er gemeinsam mit Soleimani an Bord eines Flugzeugs zu sehen ist. Dazu schrieb der iranische Außenminister, man sei auf dem Weg nach Hause. Soleimani war im Jahr 2018 bei seiner Einreise in Chicago verhaftet worden. Ihm wurde vorgeworfen, dass er biomedizinisches Material in den Iran schmuggeln wollte.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Samstag, Wang könne nach mehr als drei Jahren in Gefangenschaft endlich in die USA zurückkehren. Die Freilassung gefangen gehaltener Amerikaner gehöre zu den Prioritäten der US-Regierung. „Und wir werden weiter hart daran arbeiten, all unsere Bürger nach Hause zu bringen, die zu Unrecht im Ausland inhaftiert sind.“

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US-Außenminister Mike Pompeo sagte: „Ein weiterer Amerikaner kommt nach Hause.“ Auch er betonte, die Vereinigten Staaten würden nicht ruhen, bis alle im Iran und anderswo auf der Welt unrechtmäßig inhaftierten Amerikaner wieder mit ihren Familien vereint seien. Er rief Teheran auf, auch andere gefangen gehaltene US-Bürger freizulassen. Im Iran sind mindestens vier weitere Amerikaner inhaftiert. Drei von ihnen haben auch die iranische Staatsbürgerschaft.

Die USA und der Iran unterhalten seit vier Jahrzehnten keine diplomatischen Beziehungen. Die US-Interessen in Teheran werden von der Schweiz vertreten. Das Verhältnis zwischen Washington und Teheran hat sich im vergangenen Jahr massiv verschlechtert, nachdem US-Präsident Donald Trump aus dem im Jahr 2015 in Wien unterzeichneten internationalen Atomdeal mit dem Iran ausgestiegen ist.

Die USA setzen den Iran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um das Land zu einem Kurswechsel mit Blick auf sein Atomprogramm zu zwingen - was Teheran jedoch ablehnt. Die Amerikaner beschuldigen die Iraner auch, terroristische Machenschaften im Nahen Osten zu fördern und voranzutreiben. In den vergangenen Monaten stand der Konflikt zwischen beiden Ländern mehrfach kurz vor einer militärischen Eskalation.


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