Feuer in Neu-Delhi: Fabrikbrand tötet mindestens 42 Menschen

Das Feuer überrascht die Mitarbeiter offenbar im Schlaf: In Neu-Delhi bricht in einer Fabrik ein Brand aus. Einige Menschen können gerettet werden, für mindestens 35 jedoch kommt jede Hilfe zu spät. Das Feuer ist gelöscht, doch die Suche nach weiteren Opfern dauert an.

Das Feuer in der Fabrik war am frühen Morgen ausgebrochen.
© AFP

Neu Delhi – Beim Brand in einer Kartonfabrik in der indischen Hauptstadt Neu Delhi sind am Sonntag mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Das berichteten die Online-Ausgaben der Zeitungen Hindustan Times und Times of India. Den Berichten zufolge handelt es sich bei den meisten Opfern um Arbeiter, die in der Fabrik geschlafen hatten und im Morgengrauen von den Flammen überrascht wurden.

Dutzende Personen wurden verletzt, viele Gerettete schweben in Lebensgefahr. Hindustan Times schrieb unter Berufung auf die Feuerwehr, dass sich zur Zeit des Ausbruchs des Feuers insgesamt 60 bis 70 Menschen befanden. Die Brandursache sei noch unklar.

Das Feuer brach gegen 5 Uhr früh in der Altstadt Neu Delhi aus. Laut der Nachrichtenagentur ANI waren rund 30 Löschfahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz. Nach Angaben der Rettungskräfte konnten die Flammen gelöscht werden, die Bergungsarbeiten liefen aber weiter, da in dem verrußten Gebäude noch weitere Opfer vermutet wurden.

Zugang zum Gebäude schwierig

Einem Polizeisprecher zufolge wurden in der Fabrik vor allem Taschen, Flaschen und Spielzeuge hergestellt. Nach Angaben der Feuerwehr war der Zugang zu dem schlecht beleuchteten Gebäude in dem Geschäftsviertel von Sadar Bazar, in dem der Brand gewütet hatte, sehr schwer. In den engen Straßen dort gibt es viele kleine Fabriken und Lager, in denen oft Arme oder auch Wanderarbeiter übernachten.

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Premierminister Narendra Modi reagierte entsetzt auf die Brandkatastrophe und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Das verheerende Feuer sei „extrem entsetzlich“, schrieb Modi auf Twitter. Die Behörden seien bemüht darum, alle erdenklichen Hilfsleistungen anzubieten.

Unfälle und Brände in indischen Fabriken gibt es immer wieder, da Sicherheitsstandards häufig missachtet werden. Mangelhafte Brandschutzvorrichtungen, fehlende Notausgänge und veraltete Elektrik sind keine Seltenheit, die Opferzahlen dadurch oft hoch.

Erst im September kamen bei mehreren Explosionen in einer Chemiefabrik im Westen des Landes mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben, die Zahl der Verletzten lag um ein Vielfaches höher. (APA/dpa/AFP)


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