CDU-Chefin will nach Mord an Georgier Maßnahmen gegen Moskau

Nach dem Mord an einem Georgier im Berliner Tiergarten deuten die Ermittlungen darauf hin, dass es sich um eine Auftragstat gehandelt hat – und zwar direkt von staatlichen russischen Stellen oder der Tschetschenischen Republik.

An dieser Stelle wurde der Georgier getötet: Offenbar im Autrag Russlands oder Tschetscheniens.
© dpa

Berlin – Nach dem mutmaßlichen Auftragsmord an einem Georgier in Berlin hat die deutsche Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer weitere Maßnahmen gegen Moskau angeregt. „Wir werden in der Bundesregierung über weitere Reaktionen beraten und entscheiden müssen“, sagte Kramp-Karrenbauer laut Vorabbericht der Bild am Sonntag.

„Die russische Seite muss jetzt endlich ihren Beitrag zur Aufklärung dieses Verbrechens leisten“, so Kram-Karrenbauer. Der Mord belaste das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. „Die Beweise wiegen schwer.“ Zusammen mit den Morden in Großbritannien und weiteren russischen Aktivitäten ergebe das „ein ziemlich beunruhigendes Bild“.

Ihr falle zudem auf, dass es in den baltischen Staaten oder Polen eine ganz andere Wahrnehmung gebe. „Russland verletzt dort immer wieder den Luftraum, führt Desinformationskampagnen“, erklärte sie. „Die Erfahrungen dieser Länder sollten wir nicht einfach beiseite wischen.“

Mord im Auftrag staatlicher russischer Stellen

Der Georgier Tornike K. war im August im Berliner Tiergarten mit Schüssen in Kopf und Körper getötet worden. Kurz darauf war ein Verdächtiger festgenommen worden, als er versuchte, die mutmaßliche Tatwaffe in einen Fluss zu werfen. Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen.

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Wie sie am Mittwoch mitteilte, gibt es Anhaltspunkte für einen Mord im Auftrag staatlicher russischer Stellen oder der Tschetschenischen Republik. Russland wies umgehend jede Verwicklung in den Mordfall zurück. Der Getötete war im Tschetschenien-Krieg aufseiten anti-russischer Separatisten aktiv.

Deutschland hatte mit der Begründung mangelnder Unterstützung Russlands bei der Aufklärung zwei russische Diplomaten ausgewiesen. Kanzlerin Angela Merkel riet danach dazu, nun die Ermittlungen zu dem Mord abzuwarten. (APA/Reuters/dpa)


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