Italien trauert um KZ-Überlebenden Piero Terracina

Italien trauert um den Holocaust-Überlebenden Piero Terracina, der im Alter von 91 Jahren in Rom gestorben ist. Der gebürtige Römer wurde im Herbst 1938 als Zehnjähriger wegen der von Italien beschlossenen Rassengesetzgebung von der Schule verwiesen und 1944 nach Auschwitz verschleppt. Terracina überlebte das Vernichtungslager Auschwitz als Einziger aus seiner Familie.

Erst im Alter begann er von seinen damaligen Erfahrungen zu erzählen und war seitdem ein gefragter Zeitzeuge des Holocausts und vielfach geehrter Redner. Nach der Deportation von mehr als 1.000 römischen Juden am 16. Oktober 1943 versteckte sich Terracinas Familie, wurde aber verraten, im März 1944 von der SS verhaftet und deportiert.

Immer wieder betonte Terracina die Wichtigkeit der Erinnerung, was ihn bewog, sich als Zeitzeuge unermüdlich in Schulen, Institutionen und Organisationen zu engagieren. Dafür erhielt er zahlreiche Orden und Ehrenabzeichen in Italien.

Der italienische Premier Giuseppe Conte kondolierte der Familie Terracinas und der jüdischen Gemeinschaft in Rom. „Terracinas Berichte über das KZ Auschwitz gehören der kollektiven Erinnerung und sind ein Erbgut, das wir für die nächsten Generationen wach halten müssen“, kommentierte Conte.

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