Pre-Opening zu Königsdramen in Wiener Neustädter Kasematten

In den Wiener Neustädter Kasematten haben am Sonntagvormittag Anna Maria Krassnigg, künstlerische Leiterin der „wortwiege“, und Wissenschafts-Kurator Wolfgang Müller-Funk bei einem Pre-Opening das Schauspielprogramm des Projekts „Bloody Crown - Europa in Szene“ vorgestellt, das im März 2020 zur Aufführung gelangt. Auf dem Spielplan stehen Königsdramen von Friedrich Dürrenmatt und Olga Flor.

„Bloody Crown“ holt die alte dramatische Struktur vom Aufstieg und Fall der Herrschenden geballt zurück an seinen Ursprung: das Theater. „Die Möglichkeit, erneut für einen charismatischen Raum zu programmieren und so Zündstoff für einen europäischen Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft zu entwickeln, ist eine wunderbare Herausforderung“, so Theatermacherin Krassnigg über das Folgeprojekt von Salon5 in Wien und am Thalhof Reichenau (2007-2017).

Müller-Funk betreut die begleitenden Dialogveranstaltungen, bei denen als Gäste u.a. Slobodan Snajder, Monika Meister und Franz Schuh vorgesehen sind. „Während das internationale Theaterprojekt ‚Bloody Crown‘ die Macht des Theatralischen vorführt, wird im literarisch-wissenschaftlichen Bereich die Anatomie königlicher Macht aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Bandbreite reicht von Theater und Literaturwissenschaft über Geschichte und Kulturanalyse bis zu Ethnologie und Psychoanalyse“, betonte Müller-Funk.

Anlässlich der Eröffnung des neuen Theaters in den historischen Wiener Neustädter Kasematten wählt die „wortwiege“ mit „König Johann“ von Friedrich Dürrenmatt nach William Shakespeare („King John“) ein Königsdrama mit Ortsbezug, hat doch das Lösegeld von Johns Bruder Richard Löwenherz die Gründung der Stadt ermöglicht. Als Beichte einer zeitgenössischen Lady Macbeth, die sich keinen Fehler in der Verwaltung ihres Körpers und ihrer Gefühle leisten kann, führt Olga Flor mit der Dramatisierung ihres Romans „Die Königin ist tot“ in ein dystopisches Universum der Schönen und Reichen, die bereit sind, über Leichen zu gehen, um ihre Privilegien zu verteidigen.

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Im Rahmen des Pre-Openings diskutierten Literaturwissenschafterin Daniela Strigl, Philosoph Schuh sowie die Programm-Verantwortlichen Krassnigg und Müller-Funk die zentralen Fragestellungen von „Bloody Crown“. Erni Mangold, Supporting Artist 2020, verkörperte in drei kurzen Filmsequenzen von Shakespeare bis Bernhard sehr unterschiedliche Aspekte des Königlichen.


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