Motorrad-Lärm im Außerfern: Fahrverbot kommt nicht

Das Land sieht keine Handhabe, ein Sonntag-Fahrverbot für Zweiräder durchzusetzen. Indes spießt es sich auch bei der Lärmstudie fürs Wipptal.

Das geforderte Sonntag-Fahrverbot für Motorräder wird nicht kommen.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Es war die zentrale Forderung der Experten im Zuge der vom Land durchgeführten Motorradlärmstudie im Außerfern: ein Sonntag-Fahrverbot für Motorräder. Die für Verkehr zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) versicherte im Mai bei Vorstellung der Ergebnisse, die Möglichkeiten für solch ein Fahrverbot hinsichtlich Auswirkungen, Umsetzbarkeit und rechtlicher Haltbarkeit zu prüfen. 44 Prozent der Außerferner fühlen sich vom Motorradlärm „stark belastet“.

Jetzt liegt das Ergebnis dieser Prüfung vor, wie der TT aus Landhauskreisen bestätigt wird. Fazit: Die Pläne für ein Sonntag-Fahrverbot für Motorräder werden eingemottet. Weil es „die gestellten Kriterien nicht vollständig erfüllen“ könne. Hapern soll es an der Praxistauglichkeit. An einem konkreten neuen Vorschlag zum Schutz vor ungebührendem Motorradlärm werde bereits gearbeitet. Dieser soll bis zum Start der Zweiradsaison 2020 fertig sein. Felipe will all dies auf Anfrage vorerst nicht kommentieren.

Lärmmäßig spießt es sich auch im Wipptal. Abseits des Streits der Asfinag mit der Politik über den Neubau der Luegbrücke auf der Brenner­autobahn kommt die vom Land forcierte Gesamtlärmstudie Wipptal weiter nicht in die Gänge. Die ÖBB sträuben sich gegen eine Kofinanzierung und verweisen auf eine Übereinkunft zwischen Land und Verkehrsministerium. Am Donnerstag trifft LH Günther Platter (VP) ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä. Dort erwartet man sich ein Einlenken der ÖBB.

Bei Lärmstudie hapert’s an der Finanzierung

Das Wipptal soll Modell stehen für eine Gesamtlärmbetrachtung. Hier die internationale Transit-Hochleistungsstrecke Brenner­autobahn, da die Eisenbahn, dazwischen die Brennerbundesstraße. Die Wipptaler Lärmstudie wäre ein zentrales Puzzleteil jener tirolweiten Gesamtlärmbetrachtung, welche der Landtag die Regierung erst im Oktober per Entschließung voranzutreiben aufgefordert hat.

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Weitergegangen ist seitdem freilich wenig. 140.000 Euro würde die Studie kosten. Land und Planungsverband sollen 50 Prozent, Asfinag und ÖBB je 25 Prozent tragen. So wäre der Plan. Vor zwei Monaten hieß es seitens der ÖBB, man habe weder eine Zu- noch eine Absage erteilt. Auch, weil man sich erst mit dem Ministerium abstimmen müsse. „Es gibt jetzt die Übereinkunft, dass diese Frage zwischen dem Land und dem Verkehrsministerium weiter abgestimmt wird“, erklärt nun ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair.

Damit konfrontiert, verweist BMVIT-Pressesprecherin Elisabeth Hechenleitner darauf, dass die Gleichbehandlung aller Österreicher auch in Fragen des Lärmschutzes unabdingbar sei: „Bei der vom Land Tirol vorgeschlagenen Studie besteht aus unserer Sicht die Sorge, von dieser Gleichbehandlung Abstand zu nehmen.“ Weiters seien auf europäischer Ebene „Diskussionen zu einigen Rechtsgrundlagen“ im Gange. Von Seiten des Ministeriums „laufen gerade Prüfungen, ob und wie diese Rahmenbedingungen mit der Studie vereinbar sind“.

„Wir stehen mit der Lärmstudie bereits in den Startlöchern“, hält die für Verkehr zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) indes fest: „Mir ist es wichtig, dass sich sowohl die Asfinag als auch die ÖBB an dieser Studie beteiligen und sich auch dazu bekennen.“ Denn nicht nur der Autobahnverkehr steige, sondern auch der Bahnverkehr. Soll doch die Kapazität der Rollenden Landstraße bis ins Jahr 2021 auf 450.000 Lkw gesteigert werden. (mami)


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