Neue Pfleger-Entlohnung für Liste Fritz eine „Frechheit“

Auch im Bezirk Kitzbühel würden zahlreiche Gemeindebedienstete in Altenwohnheimen ab nächstem Jahr plötzlich weniger verdienen.

Rund um das neue Entlohnungssystem für Gemeindebedienstete in Altenwohn- und Pflegeheimen ist eine Diskussion entbrannt.
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Von Michael Mader

St. Johann i. T. –Seit Wochen sorgt das neue Entlohnungssystem für Gemeindebedienstete in Altenwohn- und Pflegeheimen sowie Sozial- und Gesundheitssprengeln für Aufregung im Land. Liste-Fritz-Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider läuft gegen das neue Gehaltsschema Sturm und bezeichnet die ab 1. Jänner 2020 geltende Regelung sogar als bodenlose Frechheit.

„Ziel der Novelle zum Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetz war es, den Grundsatz ,Gleiches Geld für gleiche Arbeit‘ umzusetzen und die Mitarbeiter besserzustellen. Nachdem die meisten Optionenberatungen abgeschlossen sind, stellt sich die Besserstellung für einzelne Berufsgruppen als leere Versprechung heraus. Pflegeassistentinnen, Pflegeassistenten, Heimhelferinnen und Heimhelfer werden im neuen Entlohnungssystem weniger verdienen als im alten. Sie sind die großen Verlierer“, sagt Haselwanter-Schneider. Pflegeassistenten und Heimhelfer würden zwar im alten Entlohnungssystem verbleiben, müssten jedoch beim Wechsel der Einrichtung auch ins neue Gehaltsschema wechseln.

Von den insgesamt 92 Altenwohn-und Pflegeheimen in Tirol wären 57 Heime betroffen. Im Bezirk Kitzbühel betrifft dies Einrichtungen in Hopfgarten/Itter, Westendorf, Brixen, Oberndorf, St. Johann, Pillerseetal und Kössen. Die genaue Anzahl der betroffenen Personen wurde der Liste Fritz nicht bekannt gegeben. Täglich würden sich aber betroffene Pflegemitarbeiter aus allen Bezirken bei der Liste Fritz melden.

„Wir werden jedenfalls alle möglichen Schritte setzen und alle möglichen Maßnahmen unterstützen, die zu einem Umdenken in der schwarz-grünen Landesregierung führen. Eine Petition für die Reparatur des neuen Gehaltsschemas hat bis heute bereits mehr als 6800 Unterschriften erzielt, das ist höchst erfreulich“, berichtet Haselwanter-Schneider. Das sei ein starkes Zeichen, das die Liste Fritz ansporne, keine Ruhe zu geben, bevor nicht jede Pflegeperson in Tirol wertschätzend und fair entlohnt werde. „So kann es mit der Pflege in Tirol nicht weitergehen. Betrachtet man die demografische Entwicklung, sehe ich schwarz, wenn wir jetzt noch die letzten motivierten Pflegepersonen verscheuchen“, ärgert sich Haselwanter-Schneider.

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