Haiminger Bauflächenpool löst gordischen Knoten

Nach drei Vorprüfungen durch die Umweltbehörde wurde nun nach zehn Jahren das Raumordnungskonzept einstimmig beschlossen.

Der Raumordnungsplan der kommenden zehn Jahre liegt in Haiming auf dem Tisch. BM Leitner zeigt, wo neue Gewerbeflächen auf der Ötztaler Höhe entstehen können. Der Gemeinderatsbeschluss war einstimmig.
© Parth

Von Thomas Parth

Haiming –Die örtliche Raumordnung neu zu gestalten, ist, wie das Beispiel Haiming zeigt, ein langwieriger Prozess. „Die erste Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes stand 2010 an“, weiß BM Josef Leitner. Eingeschränkt durch die landwirtschaftlichen Freihalteflächen, die „bis zur Gartenmauer reichen und den Großteil des Talbodens ausmachen“, und durch das Natura-2000-Schutzgebiet für den Ortolan Richtung Osten sowie durch das Forchet im Westen blieb von Beginn an kaum Spielraum.

Eine Studie hat in Haiming neun Hektar an Baulandbedarf für die nächsten zehn Jahre errechnet. Aktuell sind zwar bereits drei Hektar als Bauland ausgewiesen, aber in Privatbesitz. Über die Einstellung der Grundbesitzer könne er nur spekulieren, so Leitner. „Wenn niemand verkaufen will, kommt auch die Gemeinde nur schwer an Baugründe“, beteuert Leitner.

„(...) es dürfen in den kommenden zehn Jahren nicht mehr als neun Hektar verbaut werden", sagt Josef Leitner (BM Haiming).
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„Die Gemeinde hat auf diese drei Hektar keinen Zugriff. Und Rückwidmungen wären problematisch. Darum bin ich mit 12,5 Hektar Bauland in die Verhandlungen gegangen“, schildert BM Josef Leitner.

Das Problem löst nun ein „Baulandpool“, vorgeschlagen durch die Raumordnungsabteilung des Landes. „Es werden in Summe 12 Hektar der Gemeindefläche als bebaubar ausgewiesen, doch es dürfen in den kommenden zehn Jahren nicht mehr als neun Hektar verbaut werden“, rechnet Leitner vor. Es werde sich zeigen, ob mehr Wald oder Wiese in Bauland übergeführt werden kann. „Die Gemeinde strebt ein stetiges Wachstum, wie in den vergangenen 20 Jahren auch, an. Ob mehr private Wiesen oder Waldflächen im Forchet, die in Gemeindebesitz sind, zum Zug kommen, ist nicht abschätzbar. Es besteht jedenfalls keine Verpflichtung der Gemeinde, hier einen Ausgleich herzustellen“, klärt Leitner auf.

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Weil die Gemeinde Haiming im Gewerbegebiet noch Reserven hat, wurde hier „nicht großartig erweitert“, bestätigt Leitner: „Lediglich auf der Ötztaler Höhe zwischen Hofer und Straßenmeisterei wurden ca. 1,5 Hektar neue Gewerbeflächen ausgewiesen.“


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