Neuer SWV-Präsident Kirchmair will Wirtschaft und Partei trennen

Der Schwazer Michael Kirchmair will die rote Parteilinie nicht mehr mittragen. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband soll eine eigenständige Organisation werden.

© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz — Mit einem Paukenschlag übernimmt der Schwazer Michael Kirchmair den Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband (SWV) Tirol. Er wurde am Samstag zum neuen Präsidenten gewählt — vorgeschlagen von Vorgänger Maximilian Unterrainer. Unter Kirchmairs Führung soll sich künftig einiges ändern.

„Ich will kein politischer Spielball sein, sondern als Interessensvertreter für die Wirtschaft da sein", sagt Kirchmair im TT-Gespräch. Eine seiner ersten Handlungen hat er vor der Wahl klargestellt: „Ich werde die rote Parteilinie nicht mehr mittragen und möchte den SWV in Wirtschaftsverband Tirol umbenennen." Kirchmair möchte aus dem Verband eine eigenständige Organisation machen. „Selbstverständlich habe ich ein soziales Herz, aber dazu muss ich in der SPÖ keine Stellung haben. Nur etwa zehn Prozent des Verbandsvorstandes sind in der SPÖ", sagt Kirchmair. Er fühle sich von seiner ursprünglichen Partei (Kirchmair war u. a. neun Jahre lang roter Vize-Bürgermeister in Schwaz) nicht mehr abgeholt. Das gehe auch vielen Unternehmern so — vor allem den Kleinstunternehmern. Genau für die möchte er mehr da sei. Er wolle ein greifbarer „Leidensgenosse" sein, der ergebnisorientiert Probleme und Herausforderungen angeht.

Ein weiterer Schritt werde sein, die Büros von der Landesparteizentrale in eine unabhängige Immobilie zu verlegen. Zudem will Kirchmair in den Bezirken präsent sein, u. a. mit Sprechstunden mit GF Benjamin Sellner oder Unternehmerstammtischen.

Kirchmair tritt zudem als Spitzenkandidat für die Wirtschaftskammerwahlen 2020 an. Er wolle eine Alternative zum Wirtschaftsbund der ÖVP stellen.

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