Die gute Geschichte zum Advent: Begegnungen, die Kraft geben

Das Ehepaar Rosmarie und Gottfried Mair engagiert sich bereits über Jahrzehnte in seiner Heimatgemeinde Pfons — und außerdem auch weit über die Landesgrenzen hinaus.

Rosmarie und Gottfried Mair bieten nicht nur im eigenen Ort Hilfe an, sondern unterstützen auch Menschen in Rumänien.
© Caritas/Suitner

Pfons — Seit rund 40 Jahren ist Gottfried Mair aus Pfons im März als Haussammler der Caritas unterwegs: „Für mich ist das selbstverständlich, auch wenn ich nicht überall auf offene Türen stoße. Die Leute sollten aber wissen, dass es Not gibt und Hilfe angeboten wird", so der überzeugte Haussammler. Gemeinsam engagierten sich er und seine Frau Rosmarie im Liturgiekreis und dem Arbeitskreis Familie der Pfarre Matrei. Gottfried ist immer noch als Kommunionhelfer und Lektor tätig und bringt auf Wunsch den Kranken die Kommunion ins Haus. Rosmarie gehört zum Team, das Sterberosenkränze neu gestaltet und singt im Chor bei Begräbnissen und kirchlichen Feiern mit. Die 72-jährige betreut und begleitet zudem Flüchtlingsfamilien im Dorf: „Anderen zu helfen, ist mit Begegnung verbunden. Wenn man mit dem Herzen dabei ist, öffnet sich das Tor zum Herzen des anderen und es kommt etwas zurück und wenn es nur ein Lächeln ist. Das macht mich glücklich."

Vor sechs Jahren stellte Gottfried Mair erstmals einen Hilfsgütertransport nach Rumänien zusammen. Anfangs war er skeptisch, ob überhaupt genug Hilfsgüter zusammenkommen, aber die Solidarität in der Gemeinde war riesig. Betriebe und Privatpersonen in Pfons und Umgebung halfen mit, Waren zu sammeln und den Transport zu ermöglichen. „Schön ist, wenn das Gute Gutes bewirkt. Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist sehr groß, wenn man sie anstößt", so sein Resümee. Mittlerweile werden zweimal jährlich Lieferungen nach Oradea und Targu Mures organisiert. Über 1000 Kilometer Wegstrecke nehmen der 74-jährige und seine Mitstreiter auf sich, um vor allem Kinder in den ärmsten Regionen Rumäniens mit Kleidung, Schuhen, Rädern, Betten und Decken zu versorgen. Im Gegenzug werden selbstgeflochtene Besen und Körbe aus Rumänien mit nach Tirol genommen und hier verkauft. Der Erlös kommt wieder den Kinderheimen vor Ort zugute: „Es ist kaum vorstellbar, in welcher Armut die Menschen dort leben. Gut erhaltene Dinge, die wir leicht entbehren können, bereiten den Leuten in Rumänien große Freude. Mich für Menschen in Not einzusetzen, ist für mich sinnvoller als alles andere, was ich mir vorstellen kann."

Diesen Gedankenansatz teilt auch Gattin Rosmarie und so war es zu Weihnachten 2015, wo sie sich entschied, die neu untergebrachten Flüchtlinge im Gebäude gegenüber der Kirche zu besuchen: „Ich kann nicht Weihnachten feiern, wenn ich weiß, dass Fremde hier untergebracht sind, um die sich niemand kümmert", sagte sie sich damals und seither begleitet und betreut sie Flüchtlingsfamilien. Das beinhaltet Wohnungen besichtigen, Kindern Musikunterricht ermöglichen, Bewerbungen aufsetzen und vor allem dafür zu sorgen, dass Frauen die deutsche Sprache lernen können. Einem Herrn, der ihr das Engagement für Flüchtlinge vorwarf, entgegnete sie: „Sag mir, welcher Einheimische in unserer Gemeinde konkret von Armut betroffen ist und ich werde mich für ihn genauso einsetzen." (TT)


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