Bildungscampus Kettenbrücke in Innsbruck wurde massiv ausgebaut

8,7 Mio. Euro flossen in Erneuerung und Umbau der privaten Schulen an der Kettenbrücke. Die Mittelschule soll künftig auch für Buben offenstehen.

Die neuen Räumlichkeiten erleichtern vor allem freies Lernen.
© Domanig

Innsbruck –Über 1000 Kinder und Jugendliche, rund 150 Lehrpersonen, vier Schulen und zahlreiche weitere Bildungsangebote: In Sachen Vielfalt sucht der Bildungscampus Kettenbrücke in Innsbruck tirolweit seinesgleichen – nicht nur im privat geführten Sektor.

8,7 Mio. Euro wurden nun in Ausbau und Erneuerung der Schulen an der Kettenbrücke investiert, in eineinhalb Jahren entstanden ca. 1000 m3 an neuer Baumasse. Die Volksschule habe „am stärksten profitiert“, freut sich Direktorin Alexandra Spielmann. Vergrößerte Vorräume erleichtern freies und individualisiertes Arbeiten. Dazu trägt auch flexibles Mobiliar in den Klassen und auf den Gängen – die als „Lernfoyers“ genützt werden – bei. Die Volksschule erhielt einen eigenen Eingang sowie eine geräumige Bücherei, die auch als Multifunktionsraum dient. Die neue Dachterrasse kann gar als Freiklasse genützt werden. Hinzu kommen hellere Räume und eine verbesserte Akustikverkleidung.

In 80 Jahren und sieben Bauphasen hat sich der Gebäudekomplex stetig verändert. Nach Plänen von Architektin Barbara Poberschnigg (Studio Lois) wurde nun vieles „abgeschminkt“ und reduziert, beim 70er-Jahre-Zubau wurden etwa die Betonstrukturen bewusst wieder freigelegt.

Entsprechend dem Campuscharakter werden Einrichtungen wie der neu gestaltete Festsaal, die umgebauten Turnhallen, Schulküche, Mittagstisch oder Musikräume von den anderen Schulen mitgenützt: Konkret sind das die NMS, das Gymnasium und die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik samt angeschlossenem Kindergarten und Hort, Krippe, Kolleg für Berufstätige und mehr – übrigens ebenfalls alle von Direktorinnen geführt.

Man wolle Infrastruktur bieten, die das monatliche Schulgeld – ab 2020 sind das zehnmal jährlich 142 Euro – rechtfertigt, bilanziert Werner Andergassen. Er ist Obmann des Schulvereins Barmherzige Schwestern Innsbruck, der die operative Führung des Schulbetriebs innehat – und sich auch um die Finanzierung von Um- und Ausbau kümmert. Diese aufzustellen, sei eine gewaltige Herausforderung, so Andergassen, er verweist auf fast 40 Vereinssitzungen. Man stemme das Ganze vorwiegend über langfristige Bankdarlehen und Eigenmittel aus den Schuleinnahmen. Eine Förderzusage aus Mitteln der Umweltförderung liegt vor (da das Haus energietechnisch verbessert wurde), zudem hofft man auf Zuschüsse von Stadt, Land und Bund.

2020 wird weitergebaut: In der Mittelschule, derzeit die letzte Mädchenschule Tirols, soll alles vorbereitet werden (etwa im Sanitärbereich), um künftig auch Buben aufzunehmen. Übrigens: Obwohl es sich um katholische Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht handelt, steht der Bildungscampus Kettenbrücke konfessionell allen offen. (md)


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