Venier trumpfte trotz Horror-Sturz auf: „Größte Angst war das Aufstehen“

Ein Sturz in der Abfahrt von Lake Louise trübte nur kurz die Freude bei Stephanie Venier: Mit den Rängen drei und vier bewies Tirols Ski-Ass ihre starke Form.

Lake Louise war für Stephanie Venier eine Reise wert. Ein Sturz in der zweiten Abfahrt konnte die Freude über die Plätze drei und vier nur vorübergehend trüben.
© AFP

Von Roman Stelzl

Lake Louise — Der dritte Rang von Stephanie Venier in der ersten Abfahrt von Lake Louise war das erste Ausrufe-Zeichen der österreichischen Speed-Damen — und er war noch keine 24 Stunden alt, als im kanadischen Ski-Ort allen der Atem stockte. Die Oberperferin geriet in der zweiten Abfahrt bei einem Sprung in Rückenlage, die Skispitzen zeigten bereits gen Himmel, als Venier mit voller Wucht auf den Rücken knallte. Gebremst wurde die 25-Jährige aber von einer Plane, nicht einem Netz — und am Ende war viel Glück dabei. Und nicht nur das.

Denn wo für andere die Saison mit so einem Sturz schon zu Ende gegangen war, stand Venier quasi unverletzt wieder auf. Und mehr noch: Die Vize-Weltmeisterin von 2017 war tags darauf als Super-G-Vierte erneut die beste ÖSV-Dame und verpasste nur knapp das Podest.

Ein starkes „Comeback", das die Gestürzte im ersten Moment selbst nicht für möglich gehalten hätte. „Die größte Angst war das Aufstehen, das war der schlimmste Moment nach dem Sturz. Es ist alles so schnell gegangen, mir hat alles weh getan. Ich dachte mir nur: Hoffentlich hält jetzt alles", erinnert sich Venier.

Doch mehr als ein paar blaue Flecken und ein schmerzendes Schienbein sollte es nach dem „dummen Sturz" nicht sein — nach dem gestrigen Rückflug von Kanada ist nun Schonung angesagt. „Dem Super-G in St. Moritz steht nichts im Wege. Ich verzichte aber auf das Training am Mittwoch und hoffe nur, dass es nicht schlechter wird", sagte Venier, die ergänzte: „Ich bin froh, dass ich im Olmpiazentrum Innsbruck im Sommer so gut gearbeitet habe. Knie, Rücken, Muskulatur, das hat alles sehr gut gehalten."

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Gute Erinnerungen an St. Moritz

Im St. Moritz, dem Schweizer WM-Ort von 2017, steht am Samstag bei vorerst schlechter Wetterprognose der zweite Super-G der Saison an. Und dort will die Abfahrtsgesamtweltcup-Zweite des Vorjahres an die starken Leistungen anknüpfen. Die Formkurve zeigt jedenfalls steil nach oben. „Der dritte und vierte Platz stimmen mich sehr positiv. Ich bin technisch viel besser geworden durch das viele Riesentorlauf-Training. Nur beim Start hänge ich statt vier Zehntelsekunden jetzt nur mehr zwei nach."

Den Grund für den leistungsstarken Auftritt der ÖSV-Damen (Abfahrtssieg von Nicole Schmidhofer, fünf Damen in den besten elf im Super-G) sieht die einmalige Weltcupsiegerin in der guten Arbeit im Team. „Es passt derzeit einfach alles mit den Trainern. Jeder versteht sich, jeder weiß, wovon er redet", streut Venier der Mannschaft rund um den neuen Damen-Chef Christian Mitter Rosen.

Dennoch sollen die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen. „Wir waren in letzter Zeit vom Erfolg verwöhnt. Aber ein Top-Ten-Platz ist schon sehr gut. Wie viele Athleten wollen dahin? Das darf man nicht vergessen", sagt Venier, die am Donnerstag nach St. Moritz anreist. Mit im Gepäck: ein Sack voller Erwartungen — und nach der WM 2017 guter Erinnerungen.


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