mumok feiert Andy Warhol 2020 mit einem Ausstellungstrio

Nach einem in puncto Zahlen und Besuchern erfolgreichen Jahr 2019 will das Wiener mumok auch kommendes Jahr mit einem breiten Ausstellungsreigen die Diversität der Gesellschaft widerspiegeln, wie Direktorin Karola Kraus bei der Präsentation am Dienstag unterstrich. Jahresheroe ist dabei Andy Warhol.

Der Höhepunkt des kommenden Jahres im mumok dürfte eine Ausstellungstrias zur Pop-Art-Ikone werden, die man ab dem 1. Mai zeigt. „Andy Warhol. Exhibits. A Glittering Alternative“ soll den allumfassenden Anspruch des Künstlers an Ausstellungen als Teil eines performativen Prozesses verdeutlichen. „Anstatt nur einen Einzelaspekt herauszuarbeiten, liegt der Anspruch der Ausstellung mit über 200 Objekten darin, Warhols installativen Prozess zu dokumentieren“, erteilte Kuratorin Marianne Dobner der Haltung „Schon wieder eine Andy-Warhol-Ausstellung“ eine Absage.

Teil 2 läuft unter dem Titel „Defrosting the Icebox. Die verborgenen Sammlungen der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Weltmuseum Wien“ und zeigt keine eigenen Arbeiten Warhols, sondern nähert sich den Objekten mit den von ihm entwickelten Präsentationsstrategien. Und schließlich ordnet man mit dem letzten Teil des Trios, „Misfitting Together“, die serielle Charakteristika der Pop Art in den gemeinsamen Kontext von Conceptual und Minimal Art.

Den Herbst dominiert dann Heimo Zobernig, der ab 26. September mit einer Personale seines malerischen Oeuvres gewürdigt wird. In einer vom Künstler selbst entworfenen Ausstellungsarchitektur soll ein Schwerpunkt auf diesen Aspekt des medienübergreifenden Schaffens des 61-Jährigen gelegt werden. Zobernigs Kunst sei ebenso das Objekt wie der Gegenstand der Analyse, so Direktorin Kraus, welche die Schau selbst kuratiert.

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Zum Auftakt des Jahresprogramms zeigt man allerdings zunächst ab 6. März die Retrospektive „Gelebt“, in der man das vielgesichtige Oeuvre der 2017 verstorbenen Ingeborg Strobl präsentiert. Die Meisterin der parabelhaften Tierdarstellung, des Ephemeren hatte dem mumok ihr Archiv vermacht. Parallel dazu ist die prosaisch „Butter“ umschriebene Schau des Kanadiers Steve Reinke zu sehen, der nicht zuletzt in Stickereien den Tod und das Vergehen beleuchtet. „Reinke widmet sich dem Ende von Dingen“, so Kuratorin Manuela Ammer.

Das Randständige des Kunstmarktes rückt die Norwegerin Ane Mette Hol in den Fokus ihrer Arbeit, wenn ab 3. Juli mit „Im Werden“ (Arbeitstitel) Objekte wie eine Papierrolle am Boden oder Zeichnungen von scheinbar prosaischen Objekten wie einer Schachtel handwerkliche Meisterschaft demonstrieren. Es seien Elemente einer Wegwerfgesellschaft, auf die die Künstlerin symbolisch reagiere, umriss Kurator Franz Thalmair den Ansatz. Resümee und Ausblick soll schließlich ab 26. September das „Museum der Wünsche II“ sein, das wie einst die Antrittsschau der neuen Direktorin Kraus vor zehn Jahren Ankäufe und Schenkungen zeigt. So konnte man seit 2011 allein 930 Schenkungen als Neuzugänge in der Sammlung begrüßen.

Noch keine Neuigkeiten gibt es indes in der Frage, wer ab 1. Oktober 2020 an der mumok-Spitze stehen wird. Die Ausschreibungsfrist ist hier am 12. November ausgelaufen, wobei neben Kraus‘ eigener Bewerbung 18 weitere Interessenten ihren Hut in den Ring geworfen haben. Sie habe noch nichts aus dem Ministerium gehört, außer, dass ihre Bewerbung eingegangen sei, so Kraus: „Nun gilt es, die Hearings abzuwarten.“

Bezüglich Zahlen kann die Direktorin aber offensichtlich entspannt in die Gespräche gehen. Auch wenn die Besucherzahlen der Bundesmuseen auch kommendes Jahr traditionell vom Ministerium gesammelt bekanntgegeben werden, gab Kraus eine kleine Vorausschau: „2019 war ein äußerst erfolgreiches Jahr.“ Im Vorjahr verzeichnete man 235.683 Besucher und mehr als eine Mio. Euro an Karteneinnahmen, aber „2019 wird das Jahr mit den höchsten Besucherzahlen und den höchsten Kartenerlösen seit Bestehen des mumok.“


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