Wenn Frauen zur Ware werden: Aktion gegen Menschenhandel

Frauen werden verschleppt, missbraucht und sexuell ausgebeutet — auch heute noch. Um darauf aufmerksam zu machen veranstalteten gestern, am ...

Das Projekt „Bewusst.sein für Frauen*rechte“ will auf die Opfer von Menschenhandel aufmerksam machen.
© Katharina Ehikioya-Lang

Frauen werden verschleppt, missbraucht und sexuell ausgebeutet — auch heute noch. Um darauf aufmerksam zu machen veranstalteten gestern, am internationalen Tag der Menschenrechte zwölf Studentinnen eine Aktion zur Problematik des Menschenhandel. In der Innsbrucker Altstadt, vor dem Goldenen Dachl haben sie über 250 Pakete, gefüllt mit Geschichten von betroffenen Frauen, an Passanten verteilt.

„Wir wollen damit einen emotionalen Zugang schaffen und für das Thema sensibilisieren", erklärt Christina Kathrein, Sprecherin des Projekts „Bewusst.sein für Frauen*rechte". Dieses wird mit 4000 Euro von der Europäischen Union gefördert. Weitere Initiativen, etwa ein Film, sind geplant.

Zwangsprostitution und Menschenhandel passieren nicht nur in weit entfernten Ländern, sondern auch in Tirol. „In diesem Jahr wurden bisher knapp 20 Frauen Opfer von sexueller Ausbeutung in irgendeiner Form", erklärt Chefinspektor Gerald Frech vom Landeskriminalamt. Besonders seit den Jahr 2015 sei die Zahl der Fälle von Schlepperei und Menschenhandel stark gestiegen.

Das bestätigt auch die zuständige Landesrätin Gabriele Fischer. „Wir leben im 21. Jahrhundert und nehmen wahr, dass Frauen immer mehr zur Ware werden", sagt sie. Das zerstöre eine Gesellschaft. Mit Aktionen wie jener der zwölf Studentinnen einen Akzent zu setzen, erachtet sie als notwendig.

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Betroffene Frauen können sich unter der Nummer 0043/1796 92 98 an die Interventionsstelle für Frauenhandel LEFÖ wenden. (vg)


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