Euregio-Büro verstärkt sich mit Salzburg und Vorarlberg

Platter führt finale Gespräche mit seinen Kollegen Wallner und Haslauer. Verkehrsexperte Simon Lochmann wird interimistischer Büroleiter für Tirol.

Vor 24 Jahren wurde das Tirol-Büro eröffnet, der Euregio- und Verkehrsexperte Simon Lochmann wird es vorerst interimistisch leiten.
© Land Tirol

Von Peter Nindler

Innsbruck, Brüssel –Alles drehte sich in den vergangenen Tagen um die Betrugsanklage gegen den langjährigen Leiter der Tiroler Außenstelle in Brüssel Richard Seeber. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, in seiner Zeit als Europaabgeordneter das EU-Parlament mit Scheinverträgen und -rechnungen um 410.000 Euro betrogen zu haben. Vergangenen Freitag wurde er deshalb auf eigenen Wunsch suspendiert, Seeber selbst weist indessen alle Vorwürfe vehement zurück.

Als Tiroler Landeshauptmann und aktueller Präsident der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino kann sich Günther Platter (ÖVP) allerdings kein „Tiroler“ Vakuum in der EU-Hauptstadt leisten. Vor allem in der Transitfrage steht es derzeit, salopp gesagt, Spitz auf Knopf. Andererseits geht es um die Zulaufstrecken für den Brennerbasistunnel in Bayern und südlich des Brenners. Da geht nichts weiter. Tirol erwartet sich mehr Druck von der EU-Kommission auf Deutschland und Italien. Wohl auch deshalb fiel die Wahl des interimistischen Leiters des Brüsseler Büros auf den Verkehrsexperten in Platters Kabinett und früheren Kommunikationschef der Brennerbasistunnel-Gesellschaft Simon Lochmann. Aber nicht alleine deshalb.

Für Platter erfüllt der gebürtige Südtiroler „alle Voraussetzungen für die Aufgabe in der EU, außerdem braucht es rasch Kontinuität im Büro“. Lochmann gilt über den Verkehr hinaus als ausgewiesener Kenner der Europaregion Tirol. Er wird zwischen Innsbruck und Brüssel pendeln.

Doch nicht nur personell tut sich etwas in Brüssel. „Das Tirol-Büro wird neu aufgestellt“, kündigt der Landeshauptmann im Gespräch mit der TT an. Die Pläne dafür sind schon weit fortgeschritten, schlussendlich will Platter die regionale Vertretung in der EU stärken und blickt dabei über die Grenzen. Diesmal in den „Westen“. „Neben der Europaregion Südtirol, Tirol und Trentino sollen auch Salzburg und Vorarlberg in unsere Außenstelle einziehen. Da finden derzeit die finalen Gespräche statt, das grundsätzliche Interesse der beiden Landeshauptleute Markus Wallner (Vorarlberg) und Wilfried Haslauer (Salzburg) ist vorhanden“, sagt Platter. Nicht nur innenpolitisch wird sich die Westachse künftig zu Wort melden, sondern auch in Brüssel.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Tirols Landeschef sieht für alle drei Bundesländer sowie für die Europaregion eine „Win-win-Situation“. Schließlich werde über dieselben Themen geredet – über den Verkehr, über die Regional- oder die Landwirtschaftspolitik. Das betrifft das Trentino ebenso wie die anderen Länder. „Wir könnten uns die Aufgabengebiete aufteilen und mit einem gemeinsamen Büro die Synergien und Infrastruktur bestmöglich nützen.“ Platters Credo: ein starkes Regionalbüro, das starke Akzente in Brüssel setzt.

Bereits 2020 soll das erweiterte Büro Realität sein. Pünktlich zu 25 Jahre Österreich in der EU und Tirol-Büro in Brüssel. Vorarlberg hätte zudem erstmals eine offizielle Vertretung in der EU.


Kommentieren


Schlagworte