Aung San Suu Kyi verteidigt Myanmar gegen Völkermord-Klage

Die Friedensnobelpreisträgerin und Regierungschefin von Myanmar, Aung San Suu Kyi, wird vor dem Internationalen Gerichtshof zu Völkermord-Beschuldigungen gegen ihr Land Stellung nehmen. Gambia hat vor dem höchsten UN-Gericht in Den Haag ein Verfahren angestrengt und beschuldigt das Land des Völkermordes an der muslimischen Minderheit der Rohingya. Suu Kyi wird am Mittwoch ihr Land verteidigen.

Gambia stützt die Klage auf einen Bericht von UN-Ermittlern, die dem Militär in Myanmar einen „anhaltenden Völkermord“ vorwerfen. Seit Oktober 2016 hätten Soldaten Tausende Menschen ermordet, Frauen und Kinder vergewaltigt, Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und Menschen lebendig in ihren Häusern verbrannt. 2017 waren mehr als 700.000 Menschen innerhalb kurzer Zeit in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Das Militär und die Regierung in Myanmar weisen die Vorwürfe bislang zurück.

Es ist auffällig, dass Aung San Suu Kyi selbst ihr Land verteidigen will. Denn dazu wäre sie nicht verpflichtet. Beobachter denken, dass sie sich damit die Unterstützung der Bürger für die Wahl im kommenden Jahr sichern will.

Das UN-Gericht berät nun zunächst über eine einstweilige Verfügung gegen Myanmar, um die noch in dem Land verbleibenden rund 600.000 Rohingya zu schützen. Ein Urteil wird in wenigen Wochen erwartet.


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