Anwalt in Finanznöten „lieh“ sich Geld von Treuhandkonto

Ein trauriges Bild gab gestern am Landesgericht ein einst bekannter Tiroler Rechtsanwalt ab. In einem Prozess um Untreue musste sich der mit...

Gesetzbücher werden nun gegen einen Ex-Anwalt angewandt.
© Reinhard Fellner

Ein trauriges Bild gab gestern am Landesgericht ein einst bekannter Tiroler Rechtsanwalt ab. In einem Prozess um Untreue musste sich der mittlerweile emeritierte Advokat nämlich selbst verteidigen – und saß auf der Anklagebank mit 64 Lebensjahren sprichwörtlich vor den Scherben seines Lebens. Vor Richterin Sandra Presslaber offenbarte der angeklagte Jurist, dass die Scheidung von seiner Frau der Anfang vom Ende gewesen sei: „Da ist am Land der Ruf schnell ruiniert!“ All dies mündete letztlich in Unterhaltszahlungen, einem Schuldenberg von einer halben Million Euro und dem Ende der Kanzlei. Der vorschnelle Ruhestand ergibt nun eine Pension von 1580 Euro und endet abzüglich Unterhalt im Existenzminimum. Schon 2017 hatte der Anwalt die Forderungen des Finanzamts nicht mehr begleichen können und griff deshalb auf 18.985 Euro eines Treuhandkontos zu. „Loch auf, Loch zu!“, so der Angeklagte. Nach einer Verurteilung in einer ähnlichen Causa (Strafe damals 380 Tagessätze zu vier Euro) erging gestern noch eine Zusatzstrafe von zur Hälfte bedingten 120 Tagsätzen – wieder zum Mindesttagessatz von vier Euro. Richterin Presslaber: „Rechtskräftig ist es noch nicht. Sie sind ja heute ohne Anwalt da!“

Das Nichtabsichern einer in Bau befindlichen Terrasse mitsamt Absturz eines Gastes endete gestern am Landesgericht für einen Häuslbauer mit einer Diversion über 2388 Euro. Der verletzte Freund sah als Zeuge keine Schuld beim Angeklagten. (fell)

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