Massenproteste begleiten Präsidentenwahl in Algerien

Im flächenmäßig größten Land Afrikas sind am Donnerstag knapp 24,5 Millionen Algerier aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Die Wahl war notwendig geworden, weil der bisherige Präsident Abdelaziz Bouteflika nach 20 Jahren im Amt im April zurückgetreten war. Seit Februar gehen regelmäßig Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen die Regierung und Machtelite des Landes zu protestieren.

Die Demonstranten werfen der Führung und der Armee vor, die Wahl zu lenken. Auch in den Tagen vor der Wahl hielten die Demonstrationen unter anderem in der Hauptstadt Algier an, um den Urnengang zu stoppen.

Die Unabhängige Wahlkommission ANIE hat fünf Kandidaten zur Wahl zugelassen, die jedoch von einem Großteil der Demonstranten abgelehnt werden, weil sie unter Bouteflika bereits hohe Ämter innehatten. Internationale Beobachter kritisierten die Organisation der Wahl schon im Vorfeld. Die arabische Wahlinitiative Munathara, die vor wenigen Wochen vor der Wahl im benachbarten Tunesien mehrere TV-Duelle organisiert hatte, kritisierte etwa mangelnde Transparenz und fehlende Minimalstandards der einzigen TV-Diskussionen der algerischen Präsidentschaftskandidaten.

Am Dienstag waren mehrere frühere Minister und Regierungschefs von der algerischen Justiz wegen Korruption und Amtsmissbrauch zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

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