Headcoach aus der zweiten Reihe: Herron übernimmt Raiders-Kommando

Mit Kevin Herron besetzen die Swarco Raiders den begehrten Football-Posten des Headcoaches mit einem Fachmann aus den eigenen Reihen.

Kevin Herron soll die Swarco Raiders zu weiteren sportlichen Glanzmomenten führen.
© Hörtnagl

Von Daniel Suckert

Innsbruck –„Ich bin mehr der Beobachter“, sagte Kevin Herron mit ruhiger Stimme an diesem verschneiten Donnerstagvormittag. Nicht nur für ihn war es kein gewöhnlicher Donnerstag mehr. Der 39-Jährige darf sich nun „Headcoach“ der Swarco Raiders nennen und folgt damit auf den nach Deutschland abgewanderten Shuan Fatah, der bei den Footballern der Raiders fast ein Jahrzehnt lang für Erfolge am laufenden Band gesorgt hatte.

Der Job als Headcoach ist dem Deutschen nicht unbekannt. Und auch nicht die Umgebung, für die er nun das Aushängeschild in der Coachingzone darstellt. Vor acht Jahren führte Herrons Weg erstmals nach Innsbruck. Fatah holte ihn als Linebacker-Trainer an den Inn. Vor drei Jahren folgte Herron dem Ruf als Headcoach nach München – doch nur ein Jahr später war er wieder Teil der Raiders-Familie. Diesmal als Defensive Coordinator.

„Shuan Fatah darf ich zu meinen engen Freunden zählen. Ich weiß, was er hinterlassen hat“, führte Herron weiter aus. Seine Sätze sind gut überlegt, das hin und wieder laute Auflachen verbreitet gute Stimmung. „Nach einer perfekten Saison (ohne Niederlage, Anm.) tust du dir mit Zielen schwer. Was willst du da toppen? Aber Stillstand ist der Tod und es gibt Dinge, die ich ändern möchte. Allerdings werde ich nichts verändern, was bereits gut funktioniert.“ Die Arbeit bei den Raiders „ist eine Chance, für die ich sehr dankbar bin“.

„Er ist seit Jahren mit Herz und Seele ein Raider. Kevin kennt unser Team und unsere Organisation und kann nun die tolle Arbeit, die er in der Defense geleistet hat, im gesamten Team weiterführen“, schwärmte auch Präsidentin Elisabeth Swarovski. Managerin Claudia Nuener bestätigte, dass es etliche Bewerber gab.

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Und auch Adrian Platzgummer, seines Zeichens Leistungsträger beim österreichischen Football-Meister, zeigte sich zufrieden mit der Wahl: „Nicht zu wissen, was kommt, das war schon eine Belastung. Er ist die perfekte Lösung.“

Leicht wird es für den neuen Übungsleiter nicht. Das zeigt auch der Blick in die Raiders-Historie: Auf den bis Fatah erfolgreichsten Raiders-Coach Geoff Buffum folgte sein damaliger Defense Coordinator Santos Carrillo (2008–10), der aber recht schnell wieder Geschichte war.

Herron weiß um die hohen Erwartungen, zeigt sich aber überzeugt, das bewältigen zu können. In das Dasein als Trainer hat er sich schnell verliebt. Schon in seinen aktiven Zeiten. Darum verwundert es auch nicht, wenn er auf die Frage nach seinem Lieblings-Footballteam (NFL) antwortet: „Ich bin mehr ein Fan der Trainer.“ Unter anderem von Bill Belichick, der die New England Patriots zu sechs Super-Bowl-Titeln geführt hat. Den knorrigen Blick des 67-jährigen Belichick sucht man vergebens beim neuen Raiders-Coach. Seine entspannte Art strahlt Ruhe aus, Emotionen wie bei seinem Vorgänger seien eher selten, wie er versicherte.

Ob laut oder leise – am Ende des Tages wird jeder Coach an Ergebnissen gemessen. Dass die Baustelle des neuen Trainingszentrums hinter dem Tivoli Stadion schon bald Geschichte sein wird, gibt Herron und Co. ganz neue Möglichkeiten. Und der Neue weiß, wo er da den Hebel ansetzen muss: „Es liegt an uns, Kontinuität zu schaffen, um langfristig Erfolg zu haben. Das geht nur, wenn man in die Ausbildung von Spielern und Jungtrainern investiert. Durch die Veränderungen sind Lücken entstanden, die wir füllen müssen. Das werden wir jetzt angehen.“


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