Stadt Kufstein spielt alle Karten gegen den Verkehr aus

Nur noch halb so viel Verkehr wie bisher soll künftig durch Kufstein fließen. Die Politik informierte zu den Plänen.

An der großen Kreuzung in Zell soll ein Kreisverkehr kommen.
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Kufstein — Der Verkehr in Kufstein soll sich in den kommenden Monaten halbieren. So prophezeite es BM Martin Krumschnabel am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz mit LH Günther Platter, LHStv. Ingrid Felipe und Bürgermeistern umliegender Gemeinden. Wie berichtet, sollen dazu neben der Vignettenbefreiung ab Sonntag auch weiterhin Dosierampeln, Lkw-Blockabfertigungen und Straßensperren beitragen.

So bleibt an den Winterwochenenden die Straße beim Bezirkskrankenhaus in Endach tabu für alle, die dort nicht direkt ihr Ziel haben. „Es wäre untragbar, wenn hier ein Patient im Stau sterben würde", so Krumschnabel. Als „Notfallplan" sei der Ausbau des Feldweges südlich des Krankenhauses für Rettungsfahrzeuge möglich. „Aber das will das Krankenhaus nicht", sagt der Stadtchef.

Per Gemeinderatsbeschluss vom Mittwochabend rückt nun auch der neue Kreisverkehr im Ortsteil Zell näher. Möglich wird dieser durch den Umbau des Supermarktes im kommenden Jahr, weil dadurch für den Kreisel notwendige Flächen frei werden. Ab 2021 — so hofft Krumschnabel zumindest — soll dann auch die Ladestraße (Bereich Lagerhaus und künftiges ÖBB-Parkhaus) als Umfahrung des Zeller Ortskerns dienen.

Auf der Autobahn dürfte es sich hingegen weiter stauen — das Ende der Grenzkontrollen ist nicht in Sicht. „Man hat uns wenig Hoffnung gemacht, dass Minister Horst Seehofer darauf verzichten wird", meinte der Kiefersfeldener Bürgermeister Hajo Gruber. An einer dritten Autobahnspur werde man dann jedenfalls nicht vorbeikommen, so Gruber. (jazz)

Christian Ritzer (Niederndorf), LH Günther Platter, LHStv. Ingrid Felipe, Martin Krumschnabel (Kufstein), Josef Ritzer (Ebbs; v. l.) und Hajo Gruber (Kiefersfelden; vorne) präsentierten das neue Verkehrsschild.
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