Die gute Geschichte: Eine Herberge gesucht, ein Zuhause gefunden

Ahmed und Rashiid kamen als minderjährige Burschen nach Österreich und waren auf sich alleine gestellt. Mit viel Hilfe von ihrer Vermieterin und dem Roten Kreuz meistern die beiden nun ihr Leben.

Ahmed, Bernhard und Rashiid (v. l.) sind da, um ihre Vermieterin Angela Bachlechner zu unterstützen.
© Rotes Kreuz Tirol/Strele

Innsbruck –Besonders für junge Erwachsene, die einen etwas holprigeren Start ins selbstständige Leben hatten, kann es oft sehr schwierig sein, auf dem ohnehin angespannten Tiroler Wohnungsmarkt Fuß zu fassen. Gerade für sie wäre aber in dieser Situation ein stabiles Umfeld wichtig. Erst dann ist es ihnen möglich, sich auf ihre Ausbildung, die Arbeit, soziale Netzwerke und das eigene Wohlbefinden zu konzentrieren.

Im Fall von Ahmed und Rashiid ist die Wohnung, die vom Roten Kreuz angemietet werden konnte, mehr als eine bloße Unterkunft – sie haben ein Zuhause gefunden. Beide kamen als minderjährige Burschen aus einem kriegsgebeutelten Land nach Österreich und waren somit sehr früh auf sich alleine gestellt. Ohne den Rückhalt von Eltern oder Familie mussten sie viele Probleme alleine bewältigen. Dass beide jetzt einer geregelten Arbeit nachgehen und für ihre Wohnung selbst aufkommen, hätte nicht ohne Menschen wie Angela Bachlechner funktioniert. Sie ist nicht nur die Vermieterin der 2er-WG, sondern auch Nachbarin und gute Seele, die außerdem für persönliche Probleme und Anliegen der beiden stets ein offenes Ohr und Verständnis hat.

Für Ahmed und Rashiid ist dies ein Glücksfall, beide versuchen, Angela Bachlechner nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Selbst nach einer langen und anstrengenden Nachtschicht nehmen sie sich die Zeit, die Zufahrt zum Grundstück von Schnee zu befreien, oder helfen bei der Gartenpflege. So wird das Zusammenleben zum Gewinn für beide Seiten. MitarbeiterInnen des Roten Kreuzes helfen nicht nur Ahmed und Rashiid in alltäglichen Belangen, sei es eine kleine Reparatur oder das Organisieren eines Kursplatzes, sondern sind auch Ansprechpartner für die Eigentümerin.

An Geschichten wie diesen zeigt sich, wie wichtig ein Zuhause als Rückzugsort für junge Menschen ist, die keinen einfachen Start ins Leben hatten. VermieterInnen wie Angela Bachlechner ermöglichen es durch ihr Engagement, dass ihre Mieter wieder eine Perspektive haben. Inzwischen arbeiten beide Burschen bei der Post, Ahmed hat gerade seine Deutschprüfung bestanden und möchte eine Ausbildung beginnen. Ra­shiid freut sich, endlich genug Geld für den Führerschein gespart zu haben, und lernt fleißig für die theoretische Prüfung. Diese Geschichte steht stellvertretend für so viele Vermieterinnen und Vermieter, ohne die es nicht möglich wäre, vielen jungen Menschen ein Zuhause und somit eine neue Lebensperspektive zu bieten. (TT)


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