TT-Zusteller in Imst: Bezahlter Frühsport an 363 Tagen

Als Zusteller der TT und anderer Printprodukte muss man täglich früh raus. Aber das Aufstehen hat auch Vorteile, wie zwei langjährige Zusteller aus Imst berichten können.

Über 40 Zusteller der Tirol Logistik kamen jüngst im Gasthof Hirschen in Imst zusammen.
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Von Thomas Parth

Imst –Über 40 Zusteller der Tirol Logistik aus den Bereichen Hauszustellung und SB (Zeitungsstandln) wurden von Gebietsleiter Anton Neururer und seiner Stellvertreterin Sara Hafele sowie SB-Leiter Werner Szloboda zum jährlichen Info-Abend im Gasthof Hirschen in Imst begrüßt.

Die Abonnenten der Tiroler Tageszeitung und anderer Titel werden tagtäglich frühmorgens von etwa 1000 Hauszustellern pünktlich und verlässlich mit ihrer Morgenlektüre versorgt. Über 100 SB-Zusteller sorgen für die flächendeckende Versorgung Tirols mit TT und anderen Medien an Sonn- und Feiertagen.

Besonders in den strengen Wintermonaten werden die Zusteller auf eine harte Probe gestellt, die sie sehr gut meisterten, wie Daniel Knabl, der Leiter der Hauszustellung, dankend attestierte. Gerhard Gerzsabek, Geschäftsführer der Tirol Logistik, dankte den Zustellern und betonte, dass durch die perfekte Logistik alle Abonnenten jeden Morgen bereits zum Frühstück bestens informiert sind. Nach einem festlichen Abendessen klang der Abend bei gemütlichem Beisammensein aus. Mit einem Weihnachtspaket als Dankeschön machten sich alle auf den Weg nach Hause, um für die Zustellung am nächsten Morgen ausgeschlafen zu sein.

„Wir stehen in der Regel an 363 Tagen im Jahr zwischen 4 und 4:30 Uhr in der Früh auf“, berichtet Kurt Klein­heinz. Vor etlichen Jahren hat alles zunächst mit der vorübergehenden Vertretung eines Zustellers begonnen. „Dann musste ich noch für einen erkrankten Kollegen einspringen und bin dann picken geblieben“, lacht der Pragmatiker: „Ich mache den Job, weil er mir ein regelmäßiges Zusatzeinkommen verschafft, mit dem ich meine Eigentumswohnung abbezahle, oder mir Dinge leiste, die ich mir sonst nicht anschaffen könnte.“

Ganz anders gestrickt ist da Angelika Pöll. „Ich bin die Philosophische von uns beiden“, lacht die Zustellerin. Anfangs habe sie als Alleinerzieherin aufgrund der Verdienstmöglichkeiten als Zustellerin angefangen, doch rasch die Liebe zum Job entdeckt. „Für mich ist das bezahlter Frühsport, der noch dazu meiner Liebe zur Natur entgegenkommt. Ich mag die Zeit einfach, wenn in der Früh der Tag erwacht. Um mit meiner Zustellung um 6 Uhr fertig zu sein, stehe ich extra etwas früher auf, damit ich meine Wege stressfrei genießen kann“, weiß die Imsterin zu berichten. Bei ihren Zustellungen wird sie oft von einer Katze bis zur Haustüre des Nachbarn begleitet. „Im Herbst bleibe ich kurz stehen und sammle Kastanien und Nüsse ein, um sie später an die Eichhörnchen und andere Waldbewohner zu verfüttern.“ Durch die frühe Zustellung komme man zwangsläufig mit den Ausläufern des Imster Nachtlebens in Kontakt. „Einmal musste ich der Polizei ausgehobene Kanaldeckel melden, damit niemand zu Schaden kommt“, erinnert sich Kurt Kleinheinz. „Und ich habe schon mehrmals vom Vortag übrig gebliebene Jugendliche nach Hause gefahren“, zeigt sich die dreifache Mutter verständnisvoll.

Am Zustellen der diversen Printprodukte liebt Angelika Pöll besonders das Gefühl, dass „ich am Ende meiner Schicht 170 Leute durchs Zeitunglesen glücklich gemacht habe“. Da gehe sie gleich voll morgendlichem Elan in die Arbeit: „Ich arbeite im Pflegezentrum Gurgltal als Heimhilfe.“

Als Weihnachtswunsch an die Abonnenten formulieren die Zusteller die Bitte um „mehr Verständnis, falls mal etwas nicht so hinhaut, wie es sollte, wir sind auch nur Menschen“.

Mit Kurt Kleinheinz und seiner Lebensgefährtin Angelika Pöll sind in Imst zwei passionierte Zusteller am Werk.
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