TT-Zusteller in Innsbruck-Land: „Ich genieße die Stille in der Früh“

Den tirolweit rund 1000 Zustellerinnen und Zustellern ist es zu verdanken, dass die TT und andere Zeitungen jeden Morgen pünktlich zu den Abonnenten kommen. Ein langjähriger Austräger erzählt aus seinem Alltag.

Die vielen fleißigen Zustellerinnen und Zusteller der Tirol Logistik – hier beim jüngsten Infoabend im Haller Gartenhotel Maria Theresia – sorgen dafür, dass die Leserschaft im ganzen Land täglich ihre Morgenlektüre genießen kann.
© Domanig

Von Michael Domanig

Hall — Jeden Tag, bei jedem Wetter: Rund 1000 Zustellerinnen und Zusteller der Tirol Logistik sind in ganz Tirol allmorgendlich unterwegs, um für über 110.000 Abonnenten die Morgenlektüre der Tiroler Tageszeitung und anderer Zeitungen und Magazine sicherzustellen. Über 60 von ihnen — aus dem Raum Innsbruck, Rum, Thaur, Hall — wurden von den Gebietsleitern Wolfgang Oberthanner und Markus Rieder kürzlich beim jährlichen Infoabend im Haller Gasthof Maria Theresia begrüßt.

Seit 1988 ist Ernst Traxler aus Hall als Zusteller unterwegs – und hat entsprechend viel zu erzählen.
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Daniel Knabl, Leiter der Hauszustellung, dankte den Anwesenden für ihren Einsatz besonders in den strengen Wintermonaten des heurigen Jahres und für ihre Präzision bei der täglichen Tätigkeit. Tirol-Logistik-Geschäftsführer Gerhard Fröhlich betonte, dass nur durch die perfekte Logistik die Zufriedenheit der Leser gewährleistet werden könne.

Ernst Traxler aus Hall (der untertags beim Bundesheer arbeitet) ist schon seit 1988 als Zusteller tätig. Im westlichen Teil von Hall, u. a. in der Fassergasse, Alten Landstraße und Südtiroler Straße, versorgt der 62-Jährige täglich rund 130 Haushalte mit der TT und anderen Printprodukten. Zwischen zwei und drei Uhr Früh startet er und holt die Zeitungen am Ablageplatz in Hall ab, dann ist der erfahrene Austräger etwa eineinviertel bis eineinhalb Stunden unterwegs — „je nach Dicke und Gewicht der Zeitungen", wie er im TT-Gespräch berichtet. Bis spätestens sechs Uhr müssen die Zeitungen vor der Türe, im Brief- oder Zeitungskasten liegen.

Wie er zur Tätigkeit gekommen ist? „Eine Bekannte fragte mich, ob ich und meine Gattin für sie die Vertretung übernehmen wollen. Später kam der Gebietsleiter und schlug mir vor, einen fixen Rayon zu übernehmen." Der finanzielle Anreiz für die junge Familie lag auf der Hand. „Also sagte ich: Das probiere ich natürlich. Und aus dem Probieren wurden über 30 Jahre", meint Traxler lachend.

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Mit dem frühen Aufstehen hat der erfahrene Zusteller keine Probleme: „Sobald ich einmal munter bin, bin ich auch fit." Auch die Witterung kann ihm wenig anhaben: „Es kann minus 20 Grad haben oder schneien, das ist mir alles egal. Am wenigsten mag ich den Regen, denn da ist es wirklich nicht einfach, alle Zeitungen trocken zum Kunden zu bringen."

In den vielen Jahren hat Traxler frühmorgens so einiges erlebt. „Zweimal bin ich einem ausgewachsenen Dachs begegnet, da ist mir wirklich der Reis gegangen", schmunzelt Traxler. Auf fröhliche Nachtschwärmer traf er ebenso wie auf einen Mann, der um 4 Uhr Früh vor der Wohnungstür saß, weil er seinen Schlüssel verloren hatte. „Ich hab' draußen nachgeschaut und sah etwas blinken", erinnert sich Traxler mit breitem Grinsen. „Dann habe ich ihm aufgesperrt und gesagt: So, du kannst jetzt in deine Wohnung. Er war natürlich perplex."

Was er genieße, sei die vollkommene Stille in der Früh. Zugleich erlebe man den Wechsel der Jahreszeiten bewusst und intensiv mit: „Ich spüre, wenn der Frühling anfängt und die ersten Singvögel um drei oder vier Uhr zu zwitschern beginnen. Auch ein frisch verschneiter Weg, auf dem sonst noch niemand unterwegs war, ist schon etwas Besonderes fürs Gemüt."

Die Tätigkeit als Zusteller kann Traxler auch aus gesundheitlichen Gründen empfehlen: „Ich bleibe fit, es tut mir gut." So müsse er täglich elf Stockwerke zu Fuß gehen, weil es nicht überall Lifte gibt: „Da bleibst du in Schwung."

An spannenden, lustigen Anekdoten herrschte beim Zusteller-Abend in Hall generell kein Mangel. Bei einem feierlichen Abendessen saß man noch gemütlich beisammen, ehe der Abend mit einem Weihnachtspaket als Dankeschön ausklang.


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