Die pure Sinnlichkeit von Denkräumen

Es ist schön, wieder einmal der sehr speziellen Kunst Heinz Gappmayrs zu begegnen. Dem vor neun Jahren verstorbenen visuellen Poeten, der ei...

Kostproben von Heinz Gappmayrs Kunst in der Galerie Widauer.
© galerie widauer

Es ist schön, wieder einmal der sehr speziellen Kunst Heinz Gappmayrs zu begegnen. Dem vor neun Jahren verstorbenen visuellen Poeten, der ein raffinierter Jongleur an der Schnittstelle zwischen Literatur und bildender Kunst war. Um mit formal einfachsten — und gerade dadurch irritierenden — Mitteln unendliche, letztlich im Philosophischen verankerte Denkräume zu eröffnen.

Müsste man Heinz Gappmayr schubladisieren, würde man ihn in jene der Konzeptkunst stecken. Mit dem Vorteil, dass die meist vom Künstler auf kleine Zettel geschriebene Idee für ein Objekt das eigentliche Original ist, dessen haptische Realisierung aber dem Inhaber des jeweiligen Copyrights überlassen bleibt.

Um in der kleinen Ausstellung in der Galerie Widauer Buchstaben über einen weißen Würfel tanzen zu lassen oder das Wort „Gedanke" in großen, silbern lackierten, exakt aus Holz ausgeschnittenen Buchstaben auf eine der galeristischen Wände zu schreiben. Als zeichenhaftes Konstrukt, das dem konkret nicht Fassbaren und schon gar nicht Abbildbaren die sinnliche Qualität des Haptischen verleiht. Als Behauptung in den Raum gestellt, dass so etwas wie Kunst letztlich allein im Kopf stattfindet. (schlo)

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