Silvester-Urlauber in Bach waren Brandstifter

Um 2.35 Uhr in der Nacht vor Silvester rückten 35 Mann der Feuerwehren Bach und Stockach zu einem zweigeschoßigen Feldstadel in Bach an. Er ...

Zwei italienische Feriengäste hatten in der Nacht vor Silvester in Bach einen Stadel angezündet. Ein Boot und Traktoren verbrannten.
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Um 2.35 Uhr in der Nacht vor Silvester rückten 35 Mann der Feuerwehren Bach und Stockach zu einem zweigeschoßigen Feldstadel in Bach an. Er stand in Vollbrand. Schadensausmaß: an die 200.000 Euro, weil im Stadel auch ein Segelboot und zwei Traktoren ein Raub der Flammen geworden waren. Bald waren zwei italienische Urlauber (19, 20) ausgeforscht und bei der Polizei über acht Stunden einvernommen worden. Dabei hatten die Studenten zugestanden, dass sie am Stadel herumgezündelt hatten.

Beide mussten nun wegen angeklagter Brandstiftung am Landesgericht erscheinen. Vor Richter Gerhard Melichar relativierten sie jedoch die Geständnisse. So wären sie in feuchtfröhlicher Silvesterlaune letztes Jahr zum Stadel getorkelt und hätten eine glimmende Zigarette unachtsam in den Stadel geworfen. Eine Version, die Staatsanwalt Thomas Willam so nicht gelten ließ: „Sie haben zweimal zugegeben, das Sie an einer Plane herumgezündelt haben. Damit besteht klar ein Vorsatz auf eine Feuersbrunst. Außerdem befand sich im Stadel ja kein Heu und der Boden war aus Beton!“

Grund für die neue Version der Burschen könnte die Haftpflichtversicherung sein. Die zahlt nämlich ohne Regress nur bei Fahrlässigkeit. Dass die Lechtaler Polizei die Italiener mit der Androhung von U-Haft zum Geständnis regelrecht genötigt hätte, wertete Staatsanwalt Willam als Verleumdung und ließ sich letztlich nicht belegen. Die Strafe für die „Silvestergaudi“ fiel dann nicht zu knapp aus: Je 14 Monate bedingte Haft und 1440 Euro Geldstrafe ergingen nicht rechtskräftig. So und so bleibt der Stadelbesitzer aber wohl auf einem Schaden von 65.364 Euro sitzen: Segelboot und zwei Traktoren waren nicht mitversichert.

Von schwerem Betrug wurde am Landesgericht ein 49-Jähriger freigesprochen – und das ganz klar. Eine Tirolerin hatte den Versicherungsagenten angezeigt, da er sie zur Auflösung ihres Investmentfonds gedrängt hätte, um bei ihm in eine vermeintlich sichere Sparform zu investieren. Diese war ein Darlehensvertrag über sechs Jahre und mit einer Verzinsung von dreieinhalb Prozent. Fälligkeit: 2023. Bei Gericht wollte das vermeintliche Opfer nicht wissen, was ein „Darlehen“ ist. Verteidiger Wolf: „Wer das Wesen eines Darlehens nicht kennt, sollte besser keine Rechtsgeschäfte abschließen, vor Ablauf einer Fälligkeit kann beim Darlehensgeber ja wohl nie ein Betrugsvorsatz angenommen werden!“ (fell)

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