Präsident der Region Aostatal wegen Mafia-Verdachts zurückgetreten

Die Turiner Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft ermittelt, weil die Mafia bei den Regionalwahlen im Jahr 2018 die Hände im Spiel gehabt haben könnte.

Symbolfoto.
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Rom – Der Präsident der norditalienischen Region Aostatal, Antonio Fosson, ist am Samstag zurückgetreten, nachdem gegen ihn Ermittlungen wegen mafiösen Handels mit Wählerstimmen aufgenommen worden waren. Der 58-jährige Fosson, der seit einem Jahr die Region führt, kündigte seinen Rücktritt bei einer Pressekonferenz in Aosta an.

Die Untersuchung gegen den Politiker wird von der Turiner Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft geleitet. Sie geht davon aus, dass Mitglieder der Mafia in Kalabrien, der ‚Ndrangheta, die Regionalwahlen 2018 im Aostatal beeinflusst haben könnten. Ermittelt wird wegen desselben Vergehens auch gegen einige Mitglieder des Regionalparlaments. Fosson saß von 2008 bis 2013 als Senator für die Partei Union Valdôtaine im italienischen Parlament.

Fosson beteuerte Unschuld

Fosson beteuerte seine Unschuld und zeigte sich überzeugt, dass er diese beweisen werde. Drei weitere Mitglieder des Regionalparlaments reichten mit ihm den Rücktritt ein. Das Aostatal an der Grenze zu Frankreich ist mit 126.000 Einwohnern die kleinste der 20 italienischen Regionen. Laut den Ermittlern ist die ‚Ndrangheta bereits vor Jahrzehnten in die Politik der Region eingedrungen und beeinflusst Wahlen.

Die ‚Ndrangheta gilt als Italiens mächtigste Mafiaorganisation. Wegen ihrer führenden Stellung im europäischen Handel mit Kokain hat sie die neapolitanische Camorra und die sizilianische Cosa Nostra überholt. Die Organisation hat längst ihre Aktivitäten auf Rom und auf Norditalien ausgeweitet. (APA)


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