Freie Fahrt bis Kufstein Süd: Vignettenbefreiung in Kraft getreten

Auf der A12 von der Grenze bis Kufstein Süd und vier weiteren Autobahnabschnitten in Österreich gilt seit Sonntag die Mautbefreiung. Nach fast sechs Jahren ist der „Vignettenspuk“ für Kufstein wieder vorbei.

Von der Staatsgrenze bis Kufstein Süd gilt ab sofort die Vignettenbefreiung. (Symbolfoto)
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Die Mautausnahmen für fünf Autobahnabschnitte in Österreich sind heute in Kraft getreten. Neben dem Abschnitt auf der Inntalautobahn zwischen Kiefersfelden und Kufstein Süd gilt die Vignettenbefreiung auch auf der Westautobahn A1 (Salzburg Nord), der Rheintal/Walgau-Autobahn A14 (Anschlussstelle Hohenems) und der Linzer Autobahn A26 und der Mühlkreisautobahn A7 (noch zu bauende Bypassbrücke zwischen Ausfahrt Hafenstraße und Urfahr). Bis Februar 2021 sollen die Auswirkungen evaluiert werden.

Das damalige Ende der Vignettenbefreiung in Kufstein mit 1. Dezember 2013 hatte den Mautfluchtverkehr sprunghaft ansteigen lassen – und die Kufsteiner zur Wintersaison, jedoch immer öfter auch in der sommerlichen Hauptreisezeit, in Geiselhaft genommen. Über Jahre forderten die Festungsstädter deren Wiedereinführung. Vergeblich. Der Druck aus der Bevölkerung stieg.

Nach fast exakt sechs Jahren wird der „Vignettenspuk“ für Kufstein mit dem heutigen 15. Dezember vorbei sein. Den Weg dafür ebnete ein Antrag der ÖVP im Budgetausschuss des Nationalrates. Sozusagen die Einlösung eines türkisen Wahlversprechens, mit mehrheitsbeschaffender Unterstützung durch die Grünen und NEOS.

SPÖ und FPÖ hatten dem Antrag die Stimme verweigert. Nicht, weil sie die Kufsteiner Bevölkerung nicht auch entlasten wollen. Sie stoßen sich daran, dass der VP-Antrag neben Kufstein noch vier weitere Ausnahmen in Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich vorsieht. SPÖ-Verkehrssprecher Alois Stöger hält es für „bemerkenswert, dass die Grünen mit der ÖVP und den NEOS einen Antrag beschlossen haben, der im Kern ,freie Fahrt für Deutsche auf den österreichischen Autobahnen‘ bedeutet“.

Verkehrsminister Reichhardt schätzt den Einnahmenentfall durch die Vignettenbefreiung auf 28 Mio. Euro, schlimmstenfalls bis zu 75 Mio. Euro. (TT.com, mami)


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