Chilenische Unglücksmaschine hatte 2016 Triebwerksprobleme

Nach dem Absturz einer Militärmaschine in Chile am vergangenen Montag arbeiten die Behörden an der Aufarbeitung des Unglücks. Forensiker begannen mit der Identifizierung der Opfer, Verwandte mussten DNA-Proben abgeben. Örtliche Medien fachten mit der Veröffentlichung von altem Videomaterial Spekulationen über den Zustand der Unglücksmaschine an.

Wie von der chilenischen Luftwaffe bestätigt wurde, zeigen die Bilder die Maschine nach einem Notfall vor drei Jahren. Die Maschine des Typs Hercules C-130 war vor knapp einer Woche mit 38 Menschen an Bord auf dem Weg vom Luftstützpunkt Chabunco in Punta Arenas in Richtung des Antarktis-Stützpunkts Eduardo Frei abgestürzt. Im Jahr 2016 hatte das Flugzeug auf der selben Strecke, auf der es nun verunglückt ist, einen Notfall. Damals habe die Besatzung beim Landeanflug technische Probleme am Triebwerk bemerkt und sei umgekehrt, hieß es am Samstag in einer Erklärung des Militärs.

Nach Angaben der Luftwaffe ist der Wartungsbericht des abgestürzten Flugzeugs in Ordnung. Allerdings solle eine WhatsApp-Sprachnachricht eines Passagiers untersucht werden, in der es um mögliche elektronische Probleme der Maschine gehe. Die Behörden nannten bisher keine Ursache, die zum Absturz führte.

Am Freitag waren menschliche Überreste, die aus dem Flugzeugwrack geborgen werden konnten, in eine Militärbasis in Punta Arenas geflogen. Zuvor waren 39 Verwandte von elf Unglücksopfern aus der Hauptstadt Santiago de Chile nach Punta Arenas gebracht worden, um DNA-Proben abzugeben.

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Bei dem Unglück am Montag war rund eine Stunde nach dem Start der Funkkontakt abgebrochen. Zu dem Zeitpunkt befand sich das Flugzeug auf der Höhe der extrem stürmischen Drake-Meeresstraße zwischen Kap Hoorn und der Antarktis.

Die bis zu 4000 Meter tiefe Meerenge ist in der Schifffahrt wegen ihrer extremen Wetterbedingungen gefürchtet. Seit dem 17. Jahrhundert sind dort mehr als 10.000 Seefahrer ertrunken und 800 Schiffe gesunken. Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern, Regen und mehr als 15 Meter hohe Wellen sind insbesondere zwischen Dezember und Februar keine Seltenheit.

An Bord der Maschine befanden sich 17 Besatzungsmitglieder und 21 Passagiere. Unter den Passagieren waren 15 Angehörige der Luftwaffe, drei Armee-Vertreter, zwei Angestellte eines privaten Bauunternehmens und ein Mitarbeiter der Universität von Magallanes. Sie sollten auf dem Antarktis-Stützpunkt „logistische Unterstützungsarbeiten“ leisten.


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