Ein Heimweltcup zum Vergessen für kränkelndes ÖSV-Team

Beim Heimweltcup in Hochfilzen war bei den ÖSV-Herren Lokalmatador Felix Leitner der einzige Lichtblick. Der Staffelsieg am Sonntag ging an Norwegen.

Der Tiroler Patrick Jakob feierte in Hochfilzen sein Weltcupdebüt beim Staffelrennen.
© gepa

Hochfilzen – Stark ersatzgeschwächt erreichten die ÖSV-Biathleten beim Heimweltcup in Hochfilzen auch in der abschließenden Staffel wie erwartet keinen Spitzenplatz. Ohne die vor dem Wochenende erkrankten Simon Eder und Dominik Landertinger sowie den kurzfristig ausgefallenen Julian Eberhard reichte es für das österreichische Quartett am Sonntag nur zu Rang zwölf.

Der Sieg vor nicht ganz 11.000 Fans ging in einer knappen Entscheidung an Topfavorit Norwegen, damit stand Topstar Johannes Thingnes Bö auch im dritten Hochfilzen-Rennen ganz oben. Den Staffelerfolg fixierte er im Duell mit Deutschlands Schlussläufer Benedikt Doll aber erst auf der Zielgeraden. Dritter wurde Frankreich. Die zweite ÖSV-Garde mit David Komatz, Felix Leitner, dem nachnominierten Weltcup-Debütanten Patrick Jakob und Tobias Eberhard erreichte ohne Strafrunde immerhin das gleiche Resultat wie die rot-weiß-rote Topbesetzung beim Saisonauftakt in Schweden.

„Von Tag zu Tag schlimmer geworden“

„Unter diesen Voraussetzungen müssen wir zufrieden sein“, meinte Schlussläufer Eberhard. Insgesamt sei das Wochenende aber natürlich überhaupt nicht positiv zu bewerten. „Eigentlich ist es von Tag zu Tag schlimmer geworden.“ Mit den Krankheiten sei es „blöd gelaufen, aber das passiert einfach. Ich bin gesund, ich hoffe, die anderen werden es auch bald.“ ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß war mit dem zwölften Rang aufgrund der Ausgangslage ebenfalls „irgendwo zufrieden“, unter dem Strich sei das Wochenende jedoch ein bitteres gewesen. „Aber man muss es nehmen wie es kommt, jetzt müssen wir schauen, dass sie schnell gesund werden und wieder in Form kommen“, ergänzte der Deutsche.

Biathlon- Weltcup in Hochfilzen - Ergebnisse

Herren, Staffel (4 x 7,5 km): 1. Norwegen (Johannes Dale, Erlend Bjöntegaard, Tarjei Bö, Johannes Thingnes Bö) 1:14:44,2 Std. (1 Strafrunde+7 Nachlader) - 2. Deutschland (Philipp Horn, Johannes Kühn, Arnd Peiffer, Benedikt Doll) +2,0 Sek. (0+6) - 3. Frankreich (Antonin Guigonnat, Emilien Jacquelin, Fabien Claude, Quentin Fillon Maillet) 51,9 (1+8) - 4. Kanada 1:28,7 Min. (0+6) - 5. Tschechien 1:52,2 (0+9) - 6. Russland 2:01,7 (1+8).

Weiter: 12. Österreich (David Komatz, Felix Leitner, Patrick Jakob, Tobias Eberhard) 3:35,8 (0+9)

Weltcup-Gesamtstand nach 2 von 6 Rennen: 1. Norwegen 120 Punkte - 2. Frankreich 102 - 3. Deutschland 88. Weiter: 13. Österreich 58

Vor dem Schlussbewerb hatten Katharina Innerhofer und Lisa Hauser in der Verfolgung mit jeweils fünf Strafrunden sogar die Top 30 verpasst. „Kurz zusammenfasst: das war eine desolate Leistung“, bilanzierte Groß. Wie die in Schweden noch gut in die Saison gestartete Innerhofer war an den Tagen davor auch schon der große Herren-Hoffnungsträger Julian Eberhard weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Massenstart-WM-Dritte landete zweimal außerhalb der Top 20 und erkrankte dann vor der Staffel auch noch. Die einzigen Lichtblicke des Wochenendes waren Rang acht von Youngster Leitner im Sprint und Hausers elfter Sprint-Platz.

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Damit geht das lange Warten auf einen Heimweltcup-Einzelpodestplatz zumindest noch bis Dezember 2020 weiter. Den bis dato letzten holte Eder 2010 als Verfolgungszweiter. Der Salzburger war es auch, der 2017 bei der Hochfilzen-WM mit Bronze in Massenstart angeschrieben hatte.

OK-Chef zog zufrieden Bilanz

Abgesehen von der heuer besonders bescheidenen sportlichen Ausbeute gab es für den neuen ÖSV-Biathlon-Chef Franz Berger als Weltcup-OK-Chef aber durchaus Grund zur Freude. Mit insgesamt 30.700 Zuschauern, erneut viel Lob für die perfekt präparierte Strecke und den gesamten Ablauf durfte Berger mit seinen Mitarbeitern diesbezüglich guter Laune sein.

Sein Nationalteam muss hingegen hoffen, dass Eder, Landertinger und Julian Eberhard schnellstmöglich wieder fit werden und zurück zur Topform finden. Vor Weihnachten wartet bereits ab Donnerstag noch der Weltcup in Annecy, möglicherweise sind da schon der eine oder andere Ausgefallene wieder dabei. Nach dem Jahreswechsel geht es vor der WM in Antholz mit Oberhof, Ruhpolding und Pokljuka Schlag auf Schlag.

Vor seiner Erkrankung hatte der Olympia-Vierte Eberhard noch keinen Grund zu Beunruhigung gesehen. „Es ist noch nicht viel passiert, es waren erst vier Einzelrennen. Es heißt ruhig weiterarbeiten und schauen, was in der Saison noch geht“, so der schnelle, aber nach wie vor fehlschussanfällige Salzburger. Gesundheitlich belastet wird das nun aber wohl noch schwieriger werden. (APA)


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