Gerhard Richter erbost über Handel mit angeblichem Frühwerk

Der Künstler Gerhard Richter (87) hat sich verärgert über den Handel mit einem Skizzen-Konvolut aus seinem angeblichen Frühwerk gezeigt. „Da sind jede Menge Sachen nicht von mir“, sagte der in Köln lebende gebürtige Dresdner der Deutschen Presse-Agentur. Viele Arbeiten stammten auch von seiner damaligen Frau Marianne, genannt Ema.

„Die Hälfte davon ist Ramsch und sollte verbrannt werden“, sagte Richter, der sich erstmals öffentlich zu dem Konvolut von etwa 500 Skizzen und Studien äußerte. Die Arbeiten seien nicht signiert. Ihm sei „völlig unbegreiflich“, woher sie kämen. Er habe seinerzeit auch nur Fotos von dem Konvolut gesehen und wisse nicht viel darüber. Die Angelegenheit sei „nur lästig und unerfreulich“.

Unbekannte versuchen seit Jahren, die Arbeiten, die aus Richters Zeit in Dresden in den 1950er-Jahren stammen sollen, für eine hohe Millionensumme zu verkaufen. Inzwischen wurde das Konvolut dem früheren Kunsthändler Helge Achenbach angeboten, der wegen Betruges in Haft gesessen hatte. Achenbach will die Arbeiten nach eigenen Angaben für das Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sichern.

Richter studierte von 1951 bis 1956 an der Kunstakademie Dresden. 1961 floh er mit seiner damaligen Frau nach Westdeutschland. Seine Werke musste er in der DDR zurücklassen. Richter gehört heute zu den teuersten lebenden Künstlern. Die Eigentumsrechte an seinen Dresdner Werken hat er dem Gerhard Richter Archiv übertragen.

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