Der Holzwurm rumort in der Landecker Burschlkirche

Ehrenamtliche Kümmerer-Gruppe hat ein Sanierungskonzept ausgearbeitet. Doch in der Beziehung der Gruppe zur Stadtpfarre steckt ebenfalls der Holzwurm drinnen.

Landecks Burschlkirche, erbaut Mitte des 17. Jahrhunderts in einem heute geschützten Landschaftsteil, hat akuten Sanierungsbedarf.
© Wenzel

Landeck –Von 1980 bis 1990 konnten Landecks Pfadfinder den drohenden Verfall der Burschlkirche stoppen. Auch für die nachfolgende Aktionsgruppe Sophie-Scholl (AGS) war der Erhalt des 1656 geweihten Pestkirchleins eine Herzensangelegenheit.

Im März 2015 besiegelte die AGS dazu einen Vertrag mit dem Pfarrkirchenrat. Man erkläre sich bereit, für das Objekt Sorge zu tragen und Roratemessen zu gestalten. Wobei die Letztverantwortung stets beim Pfarrkirchenrat liege.

Dann kam der Holzwurm. Entdeckt hatte ihn die AGS-Kümmerer-Gruppe mit Andreas Pfenniger und Richard Triendl 2016 am wertvollen Lechleitner-Altar. „Wir haben sofort das Denkmalamt informiert“, schilderten die beiden. Weitere Schäden kamen ans Tageslicht, u. a. am Turm, Dachboden und in der Sakristei. „Die Pfarre hat eine detaillierte Stellungnahme vom Denkmalamt bekommen. Sie hat nicht reagiert, es gab auch keinen einzigen Anstoß zur nötigen Restaurierung.“

Die nötigsten Instandsetzungsarbeiten habe die AGS mittlerweile erledigt. Zudem arbeitete Pfenniger ein Sanierungskonzept aus, die geschätzten Kosten liegen demnach bei 150.000 Euro.

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„Wir haben das Konzept an Stadtpfarrer Martin Komarek persönlich übergeben“, so Triendl und Pfenniger. Der Bitte um ein Gespräch sei Komarek allerdings nicht nachgekommen. Stattdessen sei von Seiten der Pfarre eine schriftliche Mitteilung bei der AGS eingelangt: „Eine Restaurierung kann natürlich nicht einfach ausgelagert werden.“

Den Vorwurf „Gesprächsverweigerung“ wies Pfarrer Komarek entschieden zurück: Wegen seines randvollen Terminkalenders sei das von der Aktionsgruppe gewünschte „Gespräch auf Augenhöhe“ nicht sofort möglich gewesen. Die Kümmerer-Gruppe habe jedenfalls wertvolle Arbeit geleistet, so der Pfarrer. In der Sache selbst müssten Gespräche mit dem Pfarrkirchenrat geführt werden. Missverständnisse in der Kommunikation mit der Gruppe schließe er nicht aus, bedauerte Komarek im TT-Gespräch. Die AGS erklärte, man beende den Einsatz für die Kirche. Eine in Vorbereitung befindliche Bausteinaktion sei der letzte Akt. (hwe)


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