3,55 Tore pro Spiel - Neuer Bundesligarekord nach 18 Runden

Die Fußball-Bundesliga ist nicht nur aufgrund der international erfolgreichen Auftritte von Serienmeister Salzburg, des LASK und des WAC in vieler Munde. So viele Tore wie im österreichischen Oberhaus sind im Herbst bisher in den größeren europäischen Ligen nirgends gefallen. 383 Treffer stehen nach 18 Runden zu Buche, der Schnitt von 3,55 Toren pro Spiel ist Rekord in der Liga-Geschichte.

Die bisherige Bestmarke lag seit der Saison 2013/14 bei 3,50. In der damaligen Zehnerliga fielen 315 Treffer. Nun konnte zum 13. Mal seit Einführung der Liga im Jahr 1974 ein Dreier-Schnitt geknackt werden. Hauptverantwortlich dafür war Tabellenführer Salzburg, dem mit 66 so viele Tore wie keinem anderen Team zuvor zu diesem Saisonzeitpunkt gelangen. Die „Bullen“ überschritten zum dritten Mal die 50er-Marke, der bisherige Club-Rekord war seit 2014/15 bei 56 gestanden. 2013/14 waren es 53 Treffer.

Austria und Rapid hatten 1985/86 in der Liga beide 59-mal getroffen. Diese Bestmarke wurde nun ausgelöscht. Bestehen bleibt allerdings eine andere: Die beiden Wiener Traditionsclubs hatten es auch im Jahr danach (Austria 51, Rapid 54) über die 50-Tore-Marke geschafft. Sonst konnten bisher nie zwei Teams in einer Saison dieses Kunststück bewerkstelligen.

Im aktuellen Herbst schafften es dank des viertplatzierten WAC (41) erstmals seit 2008/09 zwei Teams, mehr als 40 Tore zu erzielen. Damals war dies mit Salzburg (49), Sturm (44) und Rapid (42) gleich einem Trio gelungen. Hervorzuheben ist zudem, dass mit den Duellen Admira - Austria (15. Runde) und St. Pölten - Mattersburg (16. Runde) im Herbst nur zwei Spiele mit einer Nullnummer endeten.

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Im europäischen Vergleich des Torschnittes kann von den „Big Five“ nur die deutsche Bundesliga zumindest annähernd mit dem heimischen Oberhaus mithalten. Dort fielen in bisher 15 Runden 440 Treffer, was einen Schnitt von 3,26 bedeutet. England (486/2,88), Italien (452/2,86), Spanien (440/2,60) und Frankreich (432/2,44) folgen dahinter.

Auch wenn man sich weitere europäische Ligen anschaut, wird deutlich, dass es etwas Besonderes ist, wenn der Drei-Tore-Schnitt übertroffen wird. Das ist aktuell etwa in der niederländischen Eredivisie (495/3,24) der Fall. Die Schweiz (269/2,99) liegt knapp darunter. Schottland (298/2,87), Belgien (428/2,85), die Türkei (367/2,76), Tschechien (433/2,71), Kroatien (252/2,68), Griechenland (259/2,64), die Ukraine (282/2,61), Portugal (303/2,44) oder Russland (360/2,38) müssen mit weniger Treffern vorliebnehmen.

Vor der Bundesligazeit fielen in der österreichischen Liga zum Teil noch viel mehr Treffer als aktuell. In der Saison 1950/51 lag der Schnitt nach 18 Partien etwa bei 5,15. Rapid war damals das Maß aller Dinge, schoss in 24 Partien 133 Tore.

Titelverteidiger Salzburg führt das Feld wie 2018/19 auch bei den Toren an. Obwohl die Truppe von Coach Jesse Marsch gleich 20-mal öfter traf als vergangene Saison zu diesem Zeitpunkt, liest sich die Punkte-Bilanz leicht schlechter. Neuerlich ungeschlagen gab es diese Saison zwei Remis mehr als im Jahr davor - nämlich fünf statt drei.

Der Unterschied ist die größere Konkurrenz. Der LASK, der am Sonntag mit einem packenden 3:3 gegen Sturm Graz für ein würdiges Ende einer spannenden Herbstsaison gesorgt hat, lauert nur zwei Zähler hinter Salzburg. 2018/19 hatte der Vorsprung auf den späteren Vizemeister in der Winterpause bereits komfortable 14 Zähler betragen. Noch enger als jetzt war es an der Spitze zuletzt 2016/17 (Sturm und Altach/je 36) und 2017/18 (Salzburg und Sturm/je 41).

Die Bundesliga verlautete am Montagnachmittag, dass in keinem anderen Land der aktuellen Top 30 der UEFA-Fünf-Jahreswertung so oft gejubelt wird wie in der Bundesliga. „Wir haben einen ganz besonderen Fußball-Herbst hinter uns. National wurde ein Tor-Spektakel abgefeuert, international haben wir gegen Top-Clubs reüssiert“, sagte Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer.

Der heimische Fußball sei dadurch auf ein ganz neues Level gehoben worden. „Der Titel als torreichste Liga Europas ist eine schöne Auszeichnung, die zeigt, dass auf hohem Niveau sehr viel geboten wird“, so Ebenbauer.


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