Neue Fiat-Chrysler-Modelle in Tirol: Nur die Franzosen fehlten noch

Der Fiat-Chrysler-Automobiles-Konzern zeigte wieder einmal seine modernisierte Palette im winterlichen Tirol – heuer noch ohne den angekündigten Fusionspartner Groupe PSA.

Die Technik hält, was die Optik verspricht: Der robuste Jeep Wrangler bewährt sich auf schwierigen Pisten
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Silz –Deutsche Premiummarken sind im Spätherbst und am Winteranfang praktisch traditionell in Tirol präsent, um Kunden und Journalisten von den Vorzügen ihrer Fabrikate zu überzeugen. Andere Wettbewerber neigen dazu, den attraktiven, weil gebirgigen Standort ins Visier zu nehmen: Im vergangenen Jahr ließ sich Land Rover zu einem größeren Event im Ötztal nieder – und seit einigen Jahren versucht sich Fiat Chrysler Automobiles in diesem herausfordernden Revier. So auch in dieser Woche mit der aktualisierten Modellpalette, bevorzugt von den Marken Jeep und Alfa Romeo.

Bei Alfa war es vor allem der Stelvio, ein Midsize-SUV, das herausragte – das liegt am neuen Modelljahrgang 2020, der kurz nach Jahreswechsel zu den Händlern rollt und mit einem Update versehen ist. Äußerlich sind die Modifikationen nicht zu orten, innerlich braucht es einen genauen Blick: Neu sind das Infotainmentsystem mit Touchfunktion und verändertem Bedien­konzept, erweitert hat der Hersteller die Bestückung mit Fahrerassistenzsystemen (inklusive Level 2 beim autonomen Fahren). Bei den Materialien hat Alfa Romeo nach eigenem Bekunden nachgebessert.

Geblieben jedenfalls ist es beim sportlichen Fahrverhalten: Der Hochbau der Italiener bewegt sich dank direkt ausgelegter Lenkung und ausreichend straffem Fahrwerk vor allem auf kurvigen Bergstraßen höchst souverän, insbesondere mit dem von uns gefahrenen Veloce-Aggregat, einem 280 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner (Normverbrauch: 7,0 Liter, CO2-Ausstoß: 158 g/km). Für Spursicherheit sorgte der variabel ausgelegte Q4-Allradantrieb, für die perfekte Gangwahl eine kompetent reagierende Achtstufenautomatik.

Leicht überarbeitet: der Stelvio von Alfa Romeo, Modelljahrgang 2020.
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Eine deutlich andere Technik ist der immer noch frischen Wrangler-Generation gegeben, auch wenn sie bevorzugt mit zwei angetriebenen Achsen agiert. Allerdings kann hier der Lenker noch mehr beeinflussen als im Stelvio. Zur Verfügung stehen auch 2WD-Antrieb und Untersetzungsgetriebe sowie ein sperrbares Mittendifferenzial. Für den heimischen Markt wird zwar auch ein Benziner angeboten, die stärkere Nachfrage dürfte aber der 200 PS starke 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel auslösen, der im von uns gefahrenen Probefahrzeug mit einer Achtstufenautomatik harmonierte. Der Vortrieb war dabei ganz ordentlich, wenngleich nicht annähernd so berauschend wie im 280-PS-Stelvio. Gleichwohl dürfte der Selbstzünder für den Wrangler eine gute Wahl sein, zumal er auch mit Hardcore-Geländeaufgaben bedacht werden kann. Den kurzen Trip auf Schnee und Eis im Kühtai samt Gefälle bewältigte der Jeep jedenfalls traktionssicher, erst recht mit dem verwendeten Reduktionsgetriebe.

Den Wrangler offerieren heimische Jeep-Händler in zwei Karosserievarianten: als Dreitürer und als Fünftürer (Unlimited). Den 272 PS starken Benziner gibt es als Dreitürer ab 61.750, als Fünftürer ab 67,990 Euro. Mit Diesel ist der Wrangler ab 66.732 Euro (Fünftürer: ab 72.450 Euro) verfügbar – berechnet nach NEFZ-Werten. Beim Alfa Romeo Stelvio beginnt das Angebot nach WLTP-Berechnungen mit 44.304 Euro (160 PS, Diesel, 2WD).

Gespannt sind wir nun, ob Ende nächsten Jahres Fiat Chrysler Automobiles in Begleitung des möglichen Fusions-Partners Groupe PSA mit den neuesten Modellen anreist. Die Franzosen könnten gemeinsam mit Opel passenderweise ihre Plug-in-Hybriden und Elektroautos in den Alpen testen.


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