Franzosen gehen wieder gegen Pensionsreform auf die Straße

Im Konflikt um die Pensionsreform wollen in Frankreich wieder Zehntausende Menschen auf die Straße gehen. Mehrere Gewerkschaften, unter ihnen auch die gemäßigte CFDT, riefen zu Demonstrationen auf. In Paris wurde ein großer Protestzug angekündigt, auch in Lyon und Nantes sind Demonstrationen angekündigt.

Massive Streiks behinderten unterdessen weiter den Verkehr. Wie der Radionachrichtensender Franceinfo am Dienstag berichtete, fuhren viele Züge nicht. Im Großraum Paris stauten sich erneut die Autos auf großen Verkehrsachsen.

Verkehrs-Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari kündigte im Nachrichtensender BFMTV an, die staatliche Bahngesellschaft SNCF werde Züge für Weihnachten anbieten: „Alle Franzosen, die einen Fahrschein haben, werden einen garantierten Zug bekommen“, sagte er.

Die Proteste hatten vor knapp zwei Wochen begonnen. Am Dienstag vor einer Woche beteiligten sich laut Innenministerium rund 340.000 Menschen an den Demonstrationen. Am ersten Tag der Massenproteste am 5. Dezember gingen nach Regierungsangaben über 800.000 Menschen im ganzen Land auf die Straßen. Die Gewerkschaft CGT sprach sogar von über 1,5 Millionen Menschen.

Mit der Reform will die Mitte-Regierung von Präsident Emmanuel Macron die Zersplitterung in 42 Pensions-Einzelsysteme, von denen einige zahlreiche Sonderrechte und Privilegien mit sich bringen, beenden und Menschen auch dazu bringen, länger zu arbeiten.


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