Kritik an Australiens Premier wegen Urlaubs trotz Bränden

Australiens Premierminister Scott Morrison ist in die Kritik geraten, weil er trotz der verheerenden Buschbrände das Land für einen Urlaub verlassen haben soll. Örtliche Medien berichteten, der Regierungschef sei mit seiner Frau und den beiden Töchtern in das US-Inselparadies Hawaii gereist.

Morrisons Büro wollte sich dazu auf Anfrage am Dienstag nicht äußern. Aus Sicherheitsgründen würden seine Reisen nicht angekündigt, hieß es. Seit Oktober haben Buschbrände in Australien nach Angaben der Behörden rund 2,7 Millionen Hektar Land vernichtet. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben. Mehr als 1.000 Häuser wurden zerstört. Allein im Bundesland New South Wales (NSW) kämpften am Dienstag mehr als 2.000 Feuerwehrleute gegen knapp 130 Brände. Seit Wochen liegt wegen der Buschfeuer dichter Rauch über der NSW-Hauptstadt Sydney.

Wenn der Premier in den Urlaub geht, wird üblicherweise in einer Mitteilung bekanntgegeben, wer ihn in der Zeit offiziell vertritt. Dies blieb bisher aus. Schatzkanzler Josh Frydenberg sagte Medienberichten zufolge, Morrison befinde sich mit seiner Familie in Übersee. Der 51-Jährige habe sich „eine wohlverdiente Pause“ genommen, werde seine Arbeit aber bald wieder aufnehmen.

In sozialen Netzwerken machte sich mit Hashtags wie #WhereTheBloodyHellAreYou (etwa: Wo zum Teufel bist du) Kritik breit. Es sei verdammt ungewöhnlich, dass der Premier das Land in einer solchen Lage unangekündigt verlasse, empörte sich etwa der oppositionelle Labor-Abgeordnete Brian Mitchell auf Twitter.


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