Lechtaler Bauern verteidigen Abschussgatter: „Bei Tbc nicht nachlassen“

Zwei Lechtaler Bauern verteidigen die Errichtung eines Rotwildabschussgatters in Kaisers.

Die beiden Lechtaler Landwirte Christian Forstinger (l.) und Florian Moosbrugger (r.) unterstützen die Behörde in ihren Maßnahmen gegen die Rotwil­d/Rinder-Tbc im oberen Lechtal.
© Mittermayr Helmut

Von Helmut Mittermayr

Elbigenalp, Holzgau –Der Elbigenalper Christian Forstinger nennt 250 Stück Vieh sein Eigen, der Holzgauer Florian Moosbrugger weit mehr als 100. Die Diskussionen bezüglich der Tbc-Belastung von Rotwild und Rindern im oberen Lechtal bedeuten für die beiden Großbauern also auch immer das Reden über ihre Existenz. Sie haben diesbezüglich ein besonderes Sensorium entwickelt und wollen einmal auch eine Lanze für das Land Tirol und die BH Reutte brechen.

„Die Tbc-Bekämpfung trägt Früchte, das war genau der richtige Weg. Seit drei Jahren wurde im Lechtal bei keinem Rind mehr Tbc nachgewiesen, die Durchseuchung bei Rotwild ist von bis zu 30 Prozent auf unter drei gefallen“, freuen sich die beiden. Und dabei sei keineswegs nur die Jagd leidtragend gewesen, auch die Bauern wären bei jeder Untersuchung auf Nadeln gesessen, ob nur ja kein Tier auffällig sei. Denn schon ein­e Sperre der Ställe als rein­e Vorsichtsmaßnahme hätte schlimme finanzielle Folgen und eine verheerende Wirkung auf die Betroffenen. „Das steckt allen in den Knochen, wenn das Milchauto die Milch nicht mehr holt.“

Beiden ist klar, dass der Grat zwischen offener Information und Verunsicherung der Kunden ein schmaler ist. Längst gelte aber für Konsumenten sogar der Umkehrschluss: Die Milch aus der Seuchenbekämpfungs­zone sei die am besten untersucht­e des Landes und damit vollkommen unbedenklich. Für Rind- wie Wildfleisch gelte dasselbe.

Deshalb wollen Forstinger, er ist auch stellvertretender Bauernbundobmann des Bezirkes, und Moosbrugger auch in der Frage des neuen Reduktionsgatters in Kaisers den Beamten Mut machen, nicht nachzugeben, auch wenn Bürgermeister des Lechtales von Massentötung reden würden. „Das ist eine gezielte Entnahme, wenn es der Jagd nicht gelingt, die vorgegebene Abschusszahl in freier Natur zu erreichen.“ Und bei den Abschüssen habe es gerade im Tbc-Hotspot grob gefehlt.

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