Neue landesweite Proteste in Frankreich gegen Pensionsreform

In Frankreich sind bereits das dritte Mal in diesem Monat landesweite Streiks und Proteste gegen die Pensionsreform angelaufen. Zug- und Flugreisende müssen am Dienstag mit Ausfällen und massiven Verspätungen rechnen. In Paris und anderen Städten sind Großkundgebungen gegen die Pensionsreform geplant.

Nach Angaben der Bahngesellschaft SNCF ist der Zugverkehr erneut massiv gestört. Drei Viertel der TGV-Schnellzüge fallen aus sowie 95 Prozent der Intercity-Züge. Verkehrs-Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari kündigte im Nachrichtensender BFMTV an, die staatliche Bahngesellschaft SNCF werde Züge für Weihnachten anbieten: „Alle Franzosen, die einen Fahrschein haben, werden einen garantierten Zug bekommen“, sagte er.

Auch Flüge sind gestrichen, da das Bodenpersonal erneut die Arbeit niederlegt. Schwerpunktmäßig wird der Pariser Flughafen Orly bestreikt. In der Hauptstadt blieben zudem die meisten Metros geschlossen, es verkehrten nur wenige Vorortzüge und Busse. Bei der Bahn und in Paris ist es bereits der 13. Streiktag in Folge.

Zu den landesweiten Aktionen haben erstmals alle Gewerkschaften gemeinsam aufgerufen. Sie wollen damit vor geplanten neuen Verhandlungen mit Regierungschef Edouard Philippe am Mittwoch den Druck erhöhen.

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Die größte französische Gewerkschaft CFDT appellierte an die Regierung, auf die faktische Erhöhung des Pensionseintrittsalters von bisher 62 auf 64 Jahre zu verzichten und stattdessen die Pensionsbeiträge für alle zu erhöhen. Haushaltsminister Gérald Darmanin lehnte dies ab. Eine Beitragserhöhung bedeute weniger Kaufkraft für die Angestellten und höhere Abgaben für die Firmen. „Es würde die Wirtschaft abwürgen“, sagte er dem Sender BFM-TV.

Die zweitgrößte Gewerkschaft CGT will dagegen erreichen, dass sie Regierung die Pensionsreform vollständig zurückzieht. Sie droht andernfalls mit Streiks über Weihnachten.


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