Bezirkschronisten in Mötz: Viel Arbeit im stillen Kämmerlein

Seit 30 Jahren existiert die Bezirkschronistenbibliothek. Sie startete damals mit 35 Büchern. Mittlerweile zählt man am Standort Mötz 7500 Medien und auch 11.000 alte Foto-Glasplatten wurden digitalisiert.

Zur Jubiläumsfeier waren zahlreiche Ortschronisten der Einladung von Helmut Hörmann (r.) und Manfred Wegleiter (2. v. l.) gefolgt.
© Dorn

Von Agnes Dorn

Mötz –Inzwischen gibt es in fast allen Gemeinden des Bezirks (nur in Karres ist man noch auf der Suche) einen Gemeindechronisten bzw. ein ganzes Team an Ehrenamtlichen, die sich die Bewahrung und Aufarbeitung der Dorfgeschichte zur Aufgabe gemacht haben. Dass es parallel dazu auch eine Bezirkschronik gibt, die heute unter der Leitung von Manfred Wegleiter steht und alles rund um den Bezirk Wissenswerte in einer „Zentrale“ bündelt, ist vor allem dem Leiter der Bezirksbibliothek und damaligen Initiator Helmut Hörmann zu verdanken. Vor 30 Jahren startete das Projekt mit gerade mal 35 Büchern, die damals vom Tiroler Autor und Verleger Michael Forcher zur Eröffnung gespendet worden waren.

„Ich wollte am Anfang nur Gemeindebücher sammeln“, erinnert sich Hörmann bei der Jubiläumsfeier an die Anfänge der kleinen Bibliothek im Silzer Klösterle. Doch bereits drei Jahre nach der Gründung verfügte die Bezirkschronik über 1200 Buchtitel – woraufhin später ein zweiter Raum nötig wurde.

Es war beileibe nicht nur eine Erfolgsgeschichte, an die sich der ehemalige Landes­chronist Hörmann erinnert: „Die Gemeinde Silz hat plötzlich dringenden Platzbedarf bekundet. Ohne Ersatz in Aussicht zu haben, sollten wir innerhalb von drei Monaten ausziehen.“ Dankenswerterweise stellte die Gemeinde Mötz dann einen Raum im alten Gemeindehaus zur Verfügung, in dem die inzwischen 7500 Medien untergebracht sind. Darunter befinden sich neben den Gemeindebüchern auch zahlreiche Vereins- und Familienchroniken sowie historische und kulturelle Fachliteratur, Festschriften, Kataloge, Broschüren, Sterbebildchen und vieles mehr. Auf der Homepage der Bezirksbibliothek www.chronist.tsn.at, die der Ortschronist von Karrösten Günter Flür wartet, können die Daten der Medien – darunter auch zahlreiches Bild- und Videomaterial – online abgerufen werden.

Allein zur Gemeinde Oetz sind beispielsweise 75 Werke eingespeichert, so auch die Dorfchronik, die dank der Arbeit des Ortschronisten Sieghard Schöpf eine der umfangreichsten des Bezirks ist. Und etliche der im Besitz der Bezirksbibliothek befindlichen 11.000 Glasplatten sind inzwischen vom Arzler Orts­chronisten Daniel Schwarz digitalisiert und online gestellt.

Dass die Bezirksbibliothek auch weiterhin in Räumlichkeiten der Gemeinde Mötz untergebracht sein wird, garantierte indes Bürgermeister Michael Kluibenschädl den feiernden Chronisten: „Das alte Gemeindehaus ist sicher kein Haus, das Bestand hat. Aber die Gemeinde Mötz wird dafür sorgen, dass die Bibliothek bleiben kann.“

Um Näheres zur Dorfgeschichte, zur eigenen Familiengeschichte oder zu anderem Wissenswerten aus dem Bezirk zu erfahren, kann man die Bibliothek am Flößerweg 9 in Mötz übrigens jeden Donnerstag ab 18 Uhr besuchen.


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