Fast 200 mutmaßliche Gülen-Anhänger in Türkei festgenommen

Die türkische Justiz hat am Dienstag fast 200 Menschen unter dem Verdacht von Verbindungen zur Gülen-Bewegung festgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Ankara teilte mit, es seien 260 Haftbefehle wegen der Nutzung des Kurzmitteilungsdiensts ByLock ausgestellt worden, der von den Anhängern des islamischen Predigers Fethullah Gülen zur Kommunikation benutzt worden sein soll.

Es habe 171 Festnahmen in Ankara und zehn weitere in anderen Provinzen gegeben. Die Fahndung nach den anderen Verdächtigen dauere noch an, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie stellte zudem 17 Haftbefehle im Zuge eines zweiten Ermittlungsverfahrens zur Gülen-Bewegung aus, darunter gegen zehn Mediziner.

Die Regierung in Ankara macht die umstrittene Bruderschaft für den versuchten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich, und hat seitdem Zehntausende mutmaßliche Gülenisten festgenommen oder aus dem Staatsdienst entlassen.

Auch ein Bürgermeister der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) wurde am Dienstag unter dem Verdacht festgenommen, Verbindungen zur Gülen-Bewegung zu haben. Der CHP-Vorsitzende in der Provinz Izmir, Deniz Yücel, kritisierte die Festnahme des Bezirksbürgermeisters Burak Oguz scharf. „Wir verurteilten die Absetzung gewählter Vertreter durch das Gesetz“, schrieb Yücel im Kurzmitteilungsdienst Twitter.


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