Straßennamen eingeführt: Von Albin Egger-Lienz bis Sepp Mayerl

In Dölsach wird das Adresssystem auf Straßennamen umgestellt. Namensgeber sind Prominente, Heilige oder die Natur.

Die Straße, die von der B100 zum Dölsacher Gemeindeamt führt, heißt in Zukunft „Dölsacher Straße“.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Dölsach –Mit mehr als 2300 Einwohnern und 756 Häusern und Objekten ist Dölsach für Osttiroler Verhältnisse keine kleine Gemeinde. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, ein Adresssystem mit Straßennamen einzuführen. Bisher wurden die Haushalte – mit wenigen Ausnahmen – nach dem Ortsteil eingeteilt, in dem sie sich befinden, zum Beispiel Stribach oder Göriach. Dazu kam eine Hausnummer.

Doch die Gemeinde wächst, und langsam wird das alte System unübersichtlich. „Wir haben in der Gemeinderatssitzung am Montagabend die Verordnung für die Einführung von Straßennamen erlassen“, sagt der Dölsacher Bürgermeister Josef Mair. „Mit 1. Mai 2020 soll das neue System gelten.“

Die neuen Bezeichnungen sind vielfältig. So gibt es einige bekannte Persönlichkeiten, die Pate stehen: Eine Straße wird nach dem Maler Albin Egger-Lienz benannt, eine andere nach seinem Berufskollegen Franz von Defregger. Auch dem Benediktinerpater Edmund Pontiller ist eine Straßenbezeichnung gewidmet, er lehnte sich in der NS-Zeit gegen die Nationalsozialisten auf und wurde hingerichtet. So wie Maria Peskoller, die ebenfalls einer neuen Straße ihren Namen gibt. Sie arbeitete in der Widerstandsbewegung und wurde 1944 von den Nazis zum Tode verurteilt.

„Wir benennen auch eine Straße nach dem Blasl-Sepp“, teilt Bürgermeister Mair mit. Der „Blasl-Sepp“, mit offiziellem Namen Sepp Mayerl, gilt als Ikone des Alpinismus und als einer der Lehrmeister von Reinhold Messner. Er verunglückte bei einer Bergtour im Jahr 2012.

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Weitere Straßen werden nach Heiligen benannt, von Georg über Margarethe bis Oswald. Die Bergwelt rings um Dölsach findet sich im Ederplanweg, im Roter-Turm-Weg, in der Dolomitenstraße oder im Spitzkofelweg wieder. Auch Esche, Birke und Nussbaum dienen als Namensgeber für das neue Adresssystem. Sogar ein Motorradclub wird auf einem Schild prangen, und zwar auf jenem der Harleystraße. „Insgesamt werden 65 neue Namen vergeben“, so der Dölsacher Bürgermeister. Das Gemeindeamt wird ab 1. Mai 2020 übrigens in der Dölsacher Straße zu finden sein, die die Verbindung von der B100 hinauf in den Ortskern darstellt.

Mit der Einführung der neuen Namen ändern sich die Adressen jedes einzelnen Bewohners. Das muss bei Behörden, Banken etc. bekannt gegeben werden.


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