Nach Aufregung um Post-Aus im O-Dorf: Übergangslösung in Neu-Rum

Die Aufregung im Olympischen Dorf ist groß: Die dortige Postfiliale soll kurz nach Jahreswechsel schließen. Die Post versucht zu beschwichtigen.

(Symbolfoto)
© Mühlanger

Innsbruck — Seit bekannt wurde, dass die Postfiliale im Innsbrucker O-Dorf kurz nach Jahreswechsel schließt, ist die Aufregung im Stadtteil — und der Stadtpolitik — groß. Dazu habe auch ein „missglückter Aushang" vor Ort beigetragen, mit dem Kunden auf die weit entfernte Postfiliale in der Pradler Gumppstraße verwiesen wurden, sagte Post-Pressesprecher Michael Homola am Dienstag zur TT.

„Dabei war nie vorgesehen, Kunden etwa bei Hinterlegungsbenachrichtigungen für Pakete und eingeschriebene Briefe, also den berühmten gelben Zetteln, quer durch die Stadt zu schicken." Stattdessen habe man von Anfang an als Übergangslösung geplant, dass diese Abholungen sofort nach der Filialschließung beim nur ca. 600 Meter entfernten Postpartner im Interspar Neu-Rum erfolgen werden. Das deckt sich mit einem Vorschlag von ÖVP-Stadtparteiobmann GR Christoph Appler.

„Vollkommen unabhängig" von der Zwischenlösung in Neu-Rum gehe die Suche nach einem Postpartner im Olympischen Dorf weiter, betont Homola. „Wenn uns die Stadt hier unterstützt bzw. einen Tipp gibt, sind wir natürlich nicht unglücklich." Die Grünen verweisen auf intensive Gespräche mit den Postverantwortlichen, der Wirtschaftskammer und eventuellen Partnern.

Innsbrucks SPÖ-Vorsitzender GR Benjamin Plach begrüßt die Übergangslösung. Dennoch werde man die am Freitag gestartete Online-Petition (bisher ca. 250 Unterschriften) wie auch die Unterschriftensammlung vor Ort fortsetzen: „Es braucht definitiv einen Postpartner im O-Dorf, in Neu-Rum wird die Auslastung extrem sein."

GR Andreas Kunst (FPÖ) kündigt derweil eine Anfrage im Gemeinderat an: Gemäß Postmarktgesetz müsse der „Universaldienstbetreiber" vor jeder geplanten Filialschließung die Gemeinde zeitgerecht informieren und gemeinsam mit dieser nach alternativen Lösungen suchen. Für Kunst steht damit fest, dass die Stadtregierung über die Schließung informiert wurde, der „Aufschrei" von SPÖ und ÖVP sei „mehr als scheinheilig". (TT, md)


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