Wärme-Rekorde kurz vor Weihnachten: Föhn knackt die 20-Grad-Marke

Dank stürmischem Südföhn sorgt das Wetter derzeit so gar nicht für Weihnachtsstimmung. Auch in Tirol wurde am Dienstag ein Dezemberrekord verzeichnet. Am vierten Adventwochenede kühlt es zwar ab, die Chancen auf weiße Weihnachten stehen in den Tiroler Tälern aber schlecht.

Am Dienstagmorgen bescherte der Föhn Tirol ein traumhaftes Himmelspektakel.
© Adriana Boneva

Innsbruck, Feldkirch — Weihnachten rückt mit großen Schritten näher, doch das Wetter scheint davon noch nichts mitbekommen zu haben und bricht stattdessen Wärme-Rekorde. In Feldkirch in Vorarlberg trieb der stürmische Südföhn die Temperaturen in der Nacht auf Dienstag auf 20 Grad. Damit geht sie als wärmste Dezembernacht seit Aufzeichnungsbeginn in die österreichische Geschichte ein, berichtet der Wetterdienst Ubimet. In Tirol war Jenbach mit rund 17 Grad Spitzenreiter.

Auch tagsüber verhalf der Föhn zu einigen neuen Dezemberrekorden: In Kitzbühel wurden 16,2 Grad gemessen, der bisherige Höchstwert lag bei 15,6 Grad. Landesweit erstmalig im Dezember die 20-Grad-Marke geknackt hat Salzburg, hier hatte es am Dienstag stolze 20,1 Grad. Unglaublich mild blieb es vielerorts auch in der vergangenen Nacht, im niederösterreichischen Pottschach-Ternitz fielen die Temperaturen etwa nicht unter 14,6 Grad.

Den ersten Höhepunkt hat der Föhn damit nun überschritten, nach einer kurzen Erholungspause nimmt er jedoch zum Wochenausklang abermals Anlauf. Derzeit liegt der Alpenraum an der Vorderseite einer langgestreckten Tiefdruckrinne, die von Marokko über Westeuropa bis nach Skandinavien reicht. „Dabei wird sehr milde Luft aus Nordafrika direkt zu den Alpen geführt", analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale. „Somit ist es auch wenig verwunderlich, dass mit dem Südföhn selbst in der Nacht Temperaturen von bis zu 20 Grad erreicht werden."

Föhn flaut ab und bäumt sich wieder auf

Nach dem vorläufigen Höhepunkt in der Nacht auf Dienstag flaut der Föhn am Mittwoch vorerst ab. Es ziehen Wolkenfelder durch Tirol, vielerorts lässt sich aber auch die Sonne blicken. Es bleibt mild bei bis zu 14 Grad. Am Donnerstag gewinnt der Wind wieder an Stärke, bei ähnlichen Temperaturen wechseln sich wiederum Sonne und Wolken ab. Aus dem Süden schleichen sich außerdem Regenschauer ein, die bekommen vor allem Osttiroler zu spüren.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

„Am Freitag bäumt sich der Föhn dann nochmal richtig auf", prognostiziert Werner Troger von den Meteo Experts. Auf den Bergen tobt ein Föhnorkan mit Windspitzen um die 150 km/h. Außerdem trübt eine in weiten Teilen Tirols dichte Wolkendecke den Start ins Wochenende. Am Alpenhauptkamm und in Osttirol wird es im Tagesverlauf zunehmend trüb und regnerisch — Vorboten der nahenden Abkühlung.

Abkühlung zum Wochenende

Zum letzten Adventwochenende dürfte es zwar merklich abkühlen, eine nachhaltige Umstellung ist aber laut Troger nicht in Sicht. Die Schneefallgrenze fällt unter 1500, zeitweise sogar unter 1000 Meter. Die Höchstwerte liegen bei — immer noch recht milden — 8 Grad. Anfang der Woche setzt sich der Trend der Akühlung fort, nach den Feiertagen geht die Tendenz aber eher wieder nach oben.

Gibt es noch eine Chance auf weiße Weihnachten?

Obwohl es am Wochenende abkühlt, bleibt es außergewöhnlich mild für die Jahreszeit. Die Chancen auf eine weiße Überraschung am Weihnachtsmorgen stehen daher — zumindest im Tal — denkbar schlecht. „Wo jetzt noch kein Schnee liegt — in Landeck, Innsbruck, Kufstein — wird es wohl auch an Weihnachten keinen geben", prognostiziert Troger. Zu hartnäckig hält sich die milde Luft. Zuletzt durfte sich die Tiroler Landesthauptstadt 2018 über weiße Weihnachten freuen. (kla)


Kommentieren


Schlagworte