Gegen Steuergesetze verstoßen? Mormonen sitzen auf 100 Milliarden

Glaubensgemeinschaft soll ihre Mitglieder und die US-Steuerbehörden betrogen haben.

Der Mormonentempel in Salt Lake City spiegelt sich in der Fassade eines Bürogebäudes. Die Kirche hat vor allem in Utah großen Einfluss.
© AFP

Washington –Ein Insider hat in einer Beschwerde an die US-Steuerbehörde schwere Vorwürfe gegen die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (LDS) erhoben. Das berichtet die Washington Post. Demnach habe die mit 16 Millionen Mitgliedern größte mormonische Kirche über Jahrzehnte einen Teil der Mitgliederbeiträge abgezweigt und steuerfrei in der Firma „Ensign Peak Advisors“ geparkt. Dort sollen 100 Mrd. Dollar aufgelaufen sein.

Der Aufdecker David Nielsen, selbst ein Ex-Manager von Ensign, sowie ein von der Washington Post konsultierter Experte meinen, dass damit gegen Steuergesetze verstoßen worden sein könnte. Denn Religionsgemeinschaften genießen in den USA zwar Steuerbefreiung. Doch wenn sie über Jahre große Summen anhäufen, dann stelle das die Gemeinnützigkeit in Frage. Dazu kommt, dass Ensign in zwei Fällen Firmen der LDS subventioniert haben soll, die in Schieflage geraten waren.

Intern sollen Kirchenobere erklärt haben, dass das Geld für die zweite Wiederkunft Christi gebraucht werde, die die Mormonen erwarten. Nielsen hingegen kritisiert, dass die Kirche trotz ihres großen Vermögens weiterhin auch von sozial Schwachen den Zehnten einfordert.

Sollte die Kirche Steuern nachzahlen müssen, würde der Aufdecker laut der US-Rechtslage einen Teil davon als Prämie erhalten. (floo)

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte