Gewalt gegen Polio-Impfhelfer in Pakistan: Zwei Polizisten getötet

Bis Freitag sollen in Pakistan rund 39 Millionen Kinder unter fünf Jahren gegen Polio geimpft werden. Radikale Islamisten verbreiten Meldungen, wonach Impfungen Teil einer Verschwörung des Westens seien und Muslime unfruchtbar machen sollen.

Einem Kind wird eine Polio-Schluckimpfung verabreicht. (Symbolfoto)
© APA/AFP/ZAKERIA HASHIMI

Islamabad – Unbekannte haben in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa zwei Polizisten, die Polio-Impfhelfer begleiteten, getötet. Der Vorfall habe sich am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) im Bezirk Lower Dir ereignet, sagte der örtliche Polizeibeamte Farid Khan.

Die landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung hatte am Montag begonnen. Bis Freitag sollten rund 39 Millionen Kinder unter fünf Jahren geimpft werden. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. In Pakistan werden immer wieder Impfteams angegriffen und Helfer getötet. Radikale Islamisten glauben, die Impfungen seien Teil einer Verschwörung des Westens und dienten dazu, Muslime unfruchtbar zu machen.

Klinik in Brand gesetzt

In diesem Jahr waren Impfkampagnen bereits problematisch verlaufen. Im Frühjahr war eine Klinik in der Stadt Peshawar in Brand gesetzt worden, nachdem Falschmeldungen verbreitet worden waren, Kinder seien nach der Impfung erkrankt. Hunderte Familien weigerten sich daraufhin, ihre Kinder impfen zu lassen.

Seit Jänner ist die Zahl der neuen bestätigten Polio-Fälle trotz Notimpfkampagnen in Pakistan massiv gestiegen. Die Behörden meldeten 104 neue Fälle, der Großteil davon in Khyber-Pakhtunkhwa, wo früher die militant-islamistischen Taliban herrschten. Ein UN-finanziertes Polio-Impfprogramm hatte Pakistan davor geholfen, die Ausbreitung der Krankheit zu kontrollieren. Die Zahl der betroffenen Kinder war im Jahr 2018 auf zwölf zurückgegangen, verglichen mit 306 im Jahr 2014.

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Kinderlähmung ist in den meisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan das einzige Land, in dem im Vorjahr Erkrankungen mit dem Wildtyp der Viren gemeldet wurden. (APA/dpa)


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