Tiroler Weihnachtskonzert: Aus dem alten Tirol in neue Musikgefilde

Kommendes Wochenende startet die Akademie St. Blasius eine neue Programmschiene für das Tiroler Weihnachtskonzert.

Karlheinz Siessl leitet am Wochenende das Tiroler Weihnachtskonzert, das er jetzt auch konzipiert. Es musiziert die Akademie St. Blasius.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Unmittelbar nach dem Tiroler Weihnachtskonzert war stets der Präsentationstisch des Veranstalters umringt. Die Zuhörer, die in den vergangenen Stunden der Krippe nähergekommen waren, wollten ihr Erlebnis konservieren, sogar wiederholen. Und tatsächlich haben die Gründer des Instituts für Tiroler Musikforschung Innsbruck, Manfred Schneider und Hildegard Herrmann-Schneider, alle Veranstaltungen auf CD dokumentiert (erhältlich im Institut und im Ferdinan­deum). Das Tiroler Weihnachtskonzert 2018 liegt nun vor, mit Musik des 18. und 19. Jahrhunderts u. a. aus dem Franziskanerkloster Bozen und der Tiroler Fassung von „Stille Nacht“ (1832/33).

30 Jahre lang, bis 2018, hat Schneider sein Projekt vorangebracht, letztes Jahr war Schluss. Bangen unter den vielen Fans, die jährlich dreimal den Saal füllten. Die Frohbotschaft: „Sehnlich erwartet von vielen Konzertbesuchern, wird das Tiroler Weihnachtskonzert, das auch der Akademie St. Blasius zu einer liebgewordenen Tradition geworden ist, dank der Unterstützung von Land Tirol, Stadt Innsbruck und Innsbruck Tourismus weiterhin bestehen.“ Karlheinz Siessl hat an der Spitze von St. Blasiu­s die Reihe, die er schon länger musikalisch betreute, nun zur Gänze übernommen.

Die Aufnahme des Weihnachtskonzertes 2018 soll die 30-jährige Arbeit krönen. Es war tatsächlich ein nicht nur im Alpenraum singuläres Projekt, basierend auf den reichen Erträgen der Volksmusikforschung sowie Forschungen in Stift Stams und anderen Nord- und Südtiroler Klöstern. Da wurde, mit Worten des Gründers, „erstmals der Versuch unternommen, ausschließlich mit historisch überlieferter Volksmusik einer Landschaft einen thematisch in sich geschlossenen Zyklus zu schaffen und in mannigfaltigen Besetzungs- und Klangvarianten die berührende Geschichte der Weihnacht klingend zu gestalten. Bald schon folgte das klassische Tiroler Weihnachtskonzert, mit Weihnachtsmusik vor allem aus Tiroler Klöstern, liebevoll und organisch nach einer fantasievollen Tiroler Weihnachtsmette zusammengestellt, wie sie im 18. Jahrhundert in einer Tiroler Dorfkirche stattgefunden haben könnte.“

Nun ist ein neues Kapitel des Tiroler Weihnachtskonzertes mit neuem Programm aufgeschlagen. Die Konzerte am 21. und 22. Dezember umfassen eine Missa pastoralis von Franz Baur, „Stille Nacht, heilige Nacht“ in einer Phantasie von Elias Praxmarer und Musik von Arnold Schönberg. Dazu Karlheinz Siessl: „Das katholische Weihnachtslied ,Es ist ein Ros’ entsprungen‘ des protestantischen Komponisten Michael Praetorius aus dem 16. Jahrhundert kombiniert Schönberg in spätromantischem Stil liebevoll mit ,Stille Nacht‘ – und schafft ein berührende­s Kleinod fürs häusliche Musizieren.“ (u.st.)

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