Skywalkers Aufstieg: So läuft der Abschied von der „Star Wars“-Saga

Ein letztes Mal werden ab heute die Lichtschwerter geschwungen – und der „Millennium Falke“ hebt zum finalen Flug ab: Nach der Weltpremiere am Montagabend in Los Angeles läuft „Der Aufstieg Skywalkers“, der neunte und letzte Teil der „Star Wars“-Saga, nun auch in Österreichs Kinos an.

Rey (Daisy Ridley) und Kylo Ren (Adam Driver) im epischen Gefecht.
© Lucasfilm Ltd

Innsbruck — Der goldene Droide C3PO wirft noch einen letzten Blick auf seine Freunde. Dann wird ihm der Erinnerungsspeicher gelöscht und er stellt sich den nun Fremden neu vor. Dieser liebevolle Moment in der neunten und letzten Star-Wars-Episode könnte für den großen feierlichen Abschied von George Lucas' Sternensaga stehen.

Doch wenig überraschend wird dem Übersetzungs-Androiden von seinem Freund R2D2 bald ein Back-up eingesetzt. Denn nichts geht wirklich zu Ende im zum milliardenschweren Franchise mutierten Weltraum-Märchen.

Der Reboot im Zeichen der Nostalgie begann 2015, als die Macht der Märchengeschichte nach jahrzehntelanger Pause wieder dort erwachte, wo sie 1983 geendet hatte. In „Das Erwachen der Macht" hieß die Devise von Regisseur J. J. Abrams, behutsam an das Alte anzuschließen und neue Fährten in die Zukunft zu legen. Nun scheitert er mit dem gleichen Rezept beim Versuch, diese Fäden zusammenzuführen im Finale der Skywalker-Saga. Was vor vier Jahren als Erinnerungsauffrischung trotz einigen Jammerns über die unverhohlene Plot-Kopie gut funktionierte, mündet nun in einen einigermaßen lieblosen Abschied.

Auch die filmischen Schauwerte geht Abrams durchaus defensiv an. Hektischer Schnitt und fast keine visuellen Glanzlichter, wie sie in den Vorgängerfilmen immer wieder auf die Leinwand gezaubert wurden. Stattdessen eine Schnitzeljagd nach einer Karte zu einem Planeten, die die Handlungsorte in schneller Abfolge auffädelt und in ein chaotisches letztes Gefecht mündet.

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Ein letztes Mal gegen die "Erste Ordnung": Jedi-Ritterin Rey (Daisy Ridley) und ihre Mitstreiter ziehen ab heute in den vorerst finalen Sternen-Krieg.
© Lucasfilm Ltd

Die neue Generation, die nun die Führung übernimmt, kämpft noch immer gegen die Reste des „First Order", allen voran die halbe Jedi-Ritterin Rey (Daisy Ridley) gegen den halben Sith Kylo Ren (Adam Driver). Die beiden sind über die Spiegelungen der Macht miteinander verbunden und wollen sich gegenseitig von ihrer Seite überzeugen. Beide Darstellenden retten viel an Glaubwürdigkeit ihrer zerrissenen Figuren. Die einfachen Kämpfer um Pilot Poe und Finn helfen mit Chewbacca und dem in die Jahre gekommenen Lando Calrissian im Kampf.

Viel wird im neunten Teil rückgängig gemacht und erneut zusammengesetzt, von Kylo Rens zerbrochenem Helm bis zu den Droiden. Auch ein alter Oberbösewicht kommt quasi aus dem Nichts zurück. Da versprach der Trailer nicht zu viel. Einmal mehr ermöglicht „dunkle Wissenschaft" das Unmögliche. Konsequenz und damit emotionale Bindung bleiben dadurch freilich auf der Strecke.

Wo und wann das "Star Wars"-Finale in Tirol zu sehen ist

Für alle, die den letzten Teil der Saga gar nicht mehr erwarten konnten, gab es schon am Mittwochvormittag ab 10 Uhr in diversen Tiroler Kinos die ersten Vorstellungen. Bis Weihnachten läuft "Der Aufstieg Skywalkers" quasi non-stopp und in allen Varianten.

Innsbruck

  • Metropol-Kino. Im neuen 4DX-Kinosaal, in 3D mit und ohne Dolby Atmos oder in der Originalversion: Im Metropol läuft "Episode 9" in sechs verschiedenen Sälen von nachmittags bis abends durch auch über die Weihnachtsfeiertag. Die detaillierte Programm-Übersicht gibt es auf der Homepage.
  • Cineplexx. Auch hier startet am Nachmittag ab 15.10 Uhr die große finale "Star Wars"-Show in allen Varianten von IMAX 3D, Dolby Atmos/Laser Projektion 3D oder klassisch 2D. Bis zu 10 Vorstellungen am Tag stehen am Programm. Die Details gibt esauf der Homepage.

Wörgl

Auch das Cineplexx Wörgl bietet den Skywalker-Fans viele Gelegenheiten, den Film zu sehen. Am Samstag und Sonntag stehen ebenso sieben Vorstellungen im Programm wie zu Weihnachten am 25. und 26. Dezember. Die genaue Übersicht gibt es auf der Homepage.

Kufstein

Im Kufsteiner Kino regiert ab Mittwoch die Macht: Jeden Tag bis einschließlich 26. Dezember wird die neunte Episode in 3D, 3D Dolby Atmos und 2D gezeigt. Außerdem wird die englische Originalfassung in 3D am Mittwoch und Samstag um 20 Uhr bzw. 20.30 Uhr gezeigt. Das Programm für die ganze Woche ist auf der Homepage zu finden.

Kitzbühel

In 3D, in der englischen Originalversion und in 2D zeigt das Filmtheater Kitzbühel bis über Weihnachten den Streifen, täglich um 17 und 20 Uhr, am Wochenende und den Weihnachtstagen auch um 14.15 Uhr. Mehr Infos auf der Homepage.

Imst

Drei Vorstellungen pro Tag (Mit Ausnahme vom Heiligen Abend) bietet das FMZ Kino Imst. Wer am Samstag noch nichts vor hat, kann sich dort die Episoden 7 bis 9 an einem Stück ansehen. Alle Informationen zum Programm gibt es auf der Homepage.

Lienz

Mit Ausnahme vom 24. Dezember ist "Der Aufstieg des Skywalkers" im Cinex Lienz zu sehen. In 3D läuft er nachmittags und um 20 Uhr ebenso wie in 2D. Die genauen Spielzeiten auf der Homepage.

Seefeld

Zum Auftakt zeigt das Cinepoint Seefeld am Donnerstag schon um 14.30 Uhr, um 17.30 Uhr und um 20.30 Uhr das Saga-Finale. Bis einschließlich 9. Jänner ist der Film dann um 16.50 Uhr und um 20.20 Uhr täglich (außer am 24. Dezember) zu sehen. Mehr Infos auf der Homepage.

Die Essenz der Star-Wars-Saga, die im Grunde immer ein magisches Märchen war, erschöpft sich aber nicht in den Melodien von John Williams, die den Film als überdeutlicher Musikteppich begleiten. Gerade die mythischen leisen Momente lieferten den nötigen Kontrast zu den effektgeladenen Weltraum-Gefechten. Dafür bleibt in „Der Aufstieg Skywalkers" fast keine Zeit.

„Hab keine Angst davor, wer du bist." Diese Weisheit gibt Prinzessin Leia (Carrie Fisher) Rey mit auf den Weg. Das soll programmatisch klingen, entpuppt sich aber als falscher Zauber. Die 2016 verstorbene Fisher geistert durch den Film. Verwendet wurden für den posthumen Auftritt Aufnahmen, die in den bisherigen Filmen dem Schnitt zum Opfer fielen. Recycling hoch zehn. Leias Worte allerdings lassen sich, wie alle Jedi-Lehrsätze, auch falsch verstehen.

Die Entscheider im „Star Wars"-Universum vermeiden in ihrem Franchise-Finale jedes Wagnis: Es gibt nichts Neues zu entdecken, kein Geheimnis. Unter der Ägide des Disney-Konzerns wird in der „weit, weit entfernten Galaxie" auf Bewährtes gesetzt, auf alte Ideen mit neuen Hüten. Man hätte sich etwas mehr Mut gewünscht. Zumal das Risiko überschaubar ist. An der Kinokasse wird sich Skywalker so oder so erheben. (maw)

9 Filme, eine Saga

Die Originaltrilogie: Von 1977 bis 1983 brachte George Lucas als Drehbuchautor und Produzent drei Sternenkrieger-Filme ins Kino. „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ inszenierte er selbst. Es folgten „Das Imperium schlägt zurück“ (1980, Regie: Irvin Kershner) und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983, Regie: Richard Marquand).

Die Prequels: Ab 1999 erzählte Lucas mit damals modernster Digitaltechnik die Vorgeschichte seiner ersten Saga. Kritiker konnten den Episoden I bis III, also „Die dunkle Bedrohung“ (1999), „Angriff der Klonkrieger“ (2002) und „Die Rache der Sith“ (2005), wenig abgewinnen. Der Erfolg beim Publikum war durchschlagend.

Die Sequels: 2015 führte J. J. Abrams mit „Das Erwachen der Macht“ die Originaltrilogie fort. Es folgte „Die letzten Jedi“ (2017) von Rian Johnson. Mit „Der Aufstieg Skywalkers“ übernahm erneut Abrams das Zepter. „Die letzten Jedi“, die mit manchen Regeln brachen, stießen bei besonders lauten Fans auf wenig Gegenliebe.

Prinzessin Leia (Carrie Fisher) steht Rey zur Seite.
© Lucasfilm Ltd

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